Katina Schubert

Nicht auszuhalten: Innenminister de Maizière

Innenminister de Maizière rät Griechenland zu Härte gegenüber Flüchtlingen an der griechisch-mazedonischen Grenze und vergreift sich erneut im Ton. Dazu erklärt das Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Partei DIE LINKE, Katina Schubert:

Der Prototyp des deutschen Oberlehrers, Innenminister de Maizière, belehrt Griechenland angesichts der untragbaren Situation von Flüchtlingen an der griechisch-mazedonischen Grenze: Griechenland "müsse seine Hausaufgaben machen", er rate zu Härte angesichts der "hässlichen Bilder" und er meint, Griechenland "kann das jetzt mal aushalten".

Einem Land, das maßgeblich durch die von Deutschland geforderte Austeritätspolitik in die Verarmung getrieben wurde, dermaßen arrogant Ratschläge zu erteilen angesichts einer drohenden humanitären Katastrophe, ist extrem zynisch.

Von anderen zu fordern, gegenüber Frauen und Kindern, gegenüber Flüchtenden voller Verzweiflung, Härte zu zeigen, ist inhuman und grausam.

Schließlich ist es der deutsche Innenminister, der alles daran setzt, dass Flüchtende kaum eine Chance haben legal und gefahrlos den Kontinent zu betreten. Er ist es, der alles daran setzt, selbst unsicherste Kantonisten zu "sicheren Herkunftsländern" zu erklären, um Menschen in Not vor der Haustür zu halten. Innenminister de Maizière spielt sich auf als Burgherr der Festung Europa.

Angesichts des menschlichen Leids und zunehmender nationaler Egoismen ist es Griechenland, das tut, was es kann. Das Land bräuchte jede Unterstützung statt zynischer Ratschläge.

Kurz: Nicht mehr auszuhalten ist Innenminister de Maizière.