Montag, 06. April 2020

 

 

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binnen weniger Wochen sind alle Selbstverständlichkeiten durcheinander gewirbelt worden. Ende der Schwarzen Null? Aushebelung des Rechts auf Versammlungsfreiheit? Aussetzung von Hartz IV-Sanktionen? Verstaatlichung? Was früher undenkbar schien, ist auf einmal Realität. Für uns Linke heißt das, die neue Situation verstehen und zu analysieren. Dabei können bereits vorhandene Theorien, wie die von Karl Marx, Stuart Hall oder Antonio Gramsci, durchaus hilfreich sein, die Krise zu verstehen und vielleicht auch Chancen für linke Perspektiven darin zu sehen.

In dieser mehrteiligen Webinar-Reihe wollen wir den neuen Ereignissen auf den Grund gehen und uns mit Interessierten gemeinsam weiterbilden. Vorwissen ist nicht nötig, wohl aber ein funktionierender Rechner oder Smartphone und Lust, sich in neue Fragen einzudenken.

Solidarische Grüße,

Inva und Tim

 

7. April 2020 19.30 Uhr

Chinesisches Virus? Antirassismus in Zeiten von Corona

Teil III der Webinar-Reihe "Kapitalismus, Krise, Korona"

Ob im Supermarkt, im Hotel, im Bus, an der Uni oder auf der Straße: Menschen "asiatischer Herkunft" erleben zutage immer mehr rassistische Beleidigungen, Ausgrenzung bis hin zu physischen Angriffen. Die Corona-Pandemie​ begünstigt rassistisches Denken (‚chinesisches Virus‘). Same time: An den europäischen Außengrenzen verharren weiterhin unter unmenschlichen Bedingungen hunderttausende von Menschen in Lagern, denen die Einreise nach Europa auch wegen der Pandemie untersagt bleibt. Hier strenge Maßnahmen gegen Corona, in griechischen Geflüchteten-Hotspots fehlt Wasser zum Händewaschen. Da die kommende Zeit von großer Verunsicherung geprägt ist, lohnt es sich einen antirassistischen Blick auf die aktuelle Pandemie zu werfen.

Anmeldung zum Webinar: https://register.gotowebinar.com/register/8246520133076092174

 

9. April 2020 19.30 Uhr

Systemrelevant und trotzdem prekär – Corona und Geschlecht

Teil IV der Webinar-Reihe "Kapitalismus, Krise, Korona"

Die Corona-Pandemie rückt jene Arbeiten in den Mittelpunkt, die unser Leben und unsere Gesellschaft permanent am Laufen halten, sonst aber wenig Beachtung finden. Als „systemrelevant“ gelten nun u.a. Jobs im Gesundheitswesen, in der Pflege und im Einzelhandel. Auffällig ist, dass genau diese Tätigkeiten unterdurchschnittlich entlohnt werden. Hinzukommt, dass 75 Prozent der Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen Frauen sind. In diesen Tagen wird ihnen von allen Seiten gedankt. Auch Wolfgang Schäuble lobte den Einsatz dieser Arbeiter*innen in der Krise und sorgte für Standing Ovations im Bundestag. Dabei war es gerade die von Schäuble vorangetriebene Kürzungspolitik, die in Europa das Zusammenkürzen des Gesundheitssektors gefordert hat. Statt also zu klatschen, müssen diese Arbeiten endlich die gesellschaftliche Anerkennung und entsprechende Entlohnung bekommen, die sie verdienen – nicht nur in der Krise, sondern auch in Zukunft. Warum gerade die Sorgetätigkeiten so schlecht entlohnt werden und welche Weichen wir jetzt stellen müssen, damit wir nach der Corona-Krise nicht in die nächste stürzen, darum soll es in diesem Webinar gehen.

Anmeldung zum Webinar: https://register.gotowebinar.com/register/4698235581545354766

Textgrundlagen:
Koebe, Josefine et al. (2020): Systemrelevant und dennoch kaum anerkannt: Das Lohn- und Prestigeniveau unverzichtbarer Berufe in Zeiten von Corona, DIW Aktuell, Nr. 28, 24. März 2020: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.743854.de/diw_aktuell_28.pdf
Winker, Gabriele (2011): Soziale Reproduktion in der Krise – Care Revolution als Perspektive, in: Das Argument 292, Argument Verlag + Ariadne: Hamburg: https://www.gabriele-winker.de/pdf/DA292_winker.pdf

 

16. April 2020 19.30 Uhr

Eine offene Situation: Das Zeitfenster für die Welt nach Corona

Teil V der Webinar-Reihe "Kapitalismus, Krise, Korona"

Die Welt steht Kopf. Was gestern noch unantastbar galt, wird heute über den Haufen geworfen: Der heilige Markt erlebt staatliche Eingriffe ohnegleichen, Privatisierungen werden zurückgenommen, Schuldenbremse und Schwarze Null sind Geschichte. Zugleich bricht sich Forderung nach einem Corona-Grundeinkommen Bahn. Automobilkonzernen wird nahegelegt, in die Produktion von Beatmungsgeräten einzusteigen. Zugleich werden Bürger*innen- und Menschenrechte drastisch beschnitten, während sich in den Nachbarschaften und Betrieben neue Formen der Solidarität entwickeln. Was jetzt (noch) im Fluss ist, wird vor allem die Zeit nach Corona prägen. Es ist an uns, die geschichtlich offen Situation in politische Forderungen zu übersetzen und die Chancen, die aus der Krise erwachsen, weiter voranzutreiben.

Anmeldung zum Webinar: https://register.gotowebinar.com/register/3589506747793749518

Textgrundlagen:

https://nuss.in-berlin.de/2020/03/16/corona-und-solidaritaet-unsere-vernunft-unser-herz-fuereinander/

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-welt-nach-corona-wird-jetzt-ausgehandelt

https://www.derstandard.at/story/2000115991988/klimapolitik-nach-corona 

 

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