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###USER_name###, unseren Verteiler für den Bewegungsratschlag gibt es ab sofort in einem neuen Gewand. Mit dieser Mail erhältst Du das Protokoll vom letzten Bewegungsratschlag vom 20. September 2019. Wir wissen, dass der 20.9. mit dem globalen Klimastreik und seinen Hunderttausenden allein in Berlin auf der Straße ein ungünstiges Datum für viele von euch war. Ein Dank geht deswegen auch noch mal an alle, die es einrichten konnten zu kommen und sich in den Austausch eingebracht haben. Der Bewegungsratschlag, zu dem Katja Kipping und Bernd Riexinger seit ca. sechs Jahren Aktive in und Vertreter*innen von Bewegungen, Initiativen, Zusammenschlüssen, Auseinandersetzungen einladen, findet regelmäßig ein bis zwei Mal im Jahr statt. Zu Beginn des kommenden Jahres werden wir zu einer nächsten Runde einladen. Ein Ziel des Bewegungsratschlages ist es, durch die Kontinuität des Austausches miteinander in ein auch tieferes gemeinsames Gespräch zu kommen - über die gesellschaftliche Lage, über Anforderungen, die sich Bewegungen und progressiven Kräften stellen, Ideen, die sie entwickeln oder strategischen Fragen, die sich stellen. Wünschenswert ist dabei eine Kultur miteinander zu entwickeln, die die jeweiligen Positionen reflektiert (spreche ich z.B. als Vertreter*in einer Bewegung oder der Partei), aber die jeweiligen Einheiten immer als umkämpfte Felder versteht. Wir wünschen uns mit dem Bewegungsratschlag einen Ort der gemeinsamen Debatte, des produktiven Streits und neuer Verknüpfungen, die Lust machen auf mehr auf. Hier sehen auch wir uns, die den Ratschlag vorbereiten, mehr noch in der Pflicht, für eine gute, ausgewogene und diverse Zusammensetzung zu sorgen, die genau dieses ermöglicht. Dabei hat sich die gezielte, persönliche und immer wieder erweiterte Einladungspraxis für diesen halb öffentlichen Raum bewährt. Wir freuen uns aber jederzeit über Vorschläge und Ideen, wer fehlt oder wo die Zusammensetzung zu eng geworden ist. In den letzten zwei Jahren haben wir eine Bewegungsphase für eine solidarische, demokratische und klimagerechte Gesellschaft erlebt. Mit #Seebrücke, #ausgehetzt, Aufbruch Ost, #unteilbar, Fridays for Future, dem Frauenstreik, der Mietenbewegung, der Pflegekampagne und Ende Gelände sind zum Teil sozialen Bewegung im wirklichen Wortsinne entstanden, wurde öffentlicher Raum zumindest ein Stück weit zurückerobert und gezeigt, dass es eine gesellschaftliche Stimme für eine andere Gesellschaft und Politik gibt. Das ist, und so wurde es eindrücklich aus Sachsen klar, auch eine große Ermutigung für diejenigen, die vor Ort tagtäglich dieser Politik ausgesetzt sind. Die Situation ist dadurch dynamisch aber auch notwendig offen und bleibt ambivalent. Für die kommenden Monate und das nächste Jahr gibt es bisher noch keine wirklich übergreifenden Ideen und ist längst nicht entschieden, wohin die Reise geht, wie ein fortschrittliches Agenda Setting aussehen kann, wie sich das „solidarische Lager“ sortiert und wie es darin (Macht-) Wirkung zeigt. Einige Bewegungen haben evtl. ihren (Mobilisierungs-) Höhepunkt überschritten, andere müssen sich vor dem Hintergrund der Erfolge neu konsolidieren. Es scheint deswegen, dass die jetzige Situation umso mehr einen Prozess des aufeinander Zugehens braucht mit einer Stärkung und Verbindung der bisherigen Kämpfe und Auseinandersetzungen. Mit solidarischen Grüßen Kerstin, Katharina, Jan, Tim und Corinna vom Vorbereitungsteam
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