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Solidarische Nachbarschaft

Von Sarah Nagel

Dosenwerfen, Kinderschminken, Kaffee & Kuchen, Fahrradwerkstatt, kostenlose Sozial – und Mietrechtsberatung, Live-Musik – all das gab es beim »Nachbarschaftsfest für einen solidarischen Kiez« der Basisorganisation Hermannstraße der LINKEN Neukölln. Entstanden ist die Idee, weil wir mit den Menschen in der Nachbarschaft ins Gespräch kommen und Angebote machen wollten, die bei den kleinen und großen Problemen des Alltags helfen. Insgesamt waren den Tag über einige hundert Besucher da. Manche blieben mehrere Stunden, manche schauten nur kurz vorbei. Durch das Fest waren wir im Viertel präsent und haben mit Leuten gesprochen, die wir noch nicht kannten. Falls ihr selbst ein Nachbarschaftsfest organisieren wollt, findet ihr hier einige Tipps.

Wo ist der richtige Ort?

Auf jeden Fall dort, wo ihr euch stärker verankern wollt. Das kann entweder ein Ort sein, an dem viele von euch leben oder aktiv sind oder ein Viertel, in dem ihr mehr Präsenz zeigen wollt. Grundsätzlich schadet es sicher nicht, wenn es eine Hochburg ist. So habt ihr die Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen, die vielleicht DIE LINKE wählen, aber noch nicht aktiv sind. Gut eignet sich ein Ort, der zwar in einer Wohngegend liegt, an dem es aber trotzdem Laufpublikum gibt. Unser Fest fand zum Beispiel direkt neben einem Wochenmarkt statt.

Muss das Fest angemeldet werden?

Ja, genau wie bei anderen Aktionen muss angegeben werden, was ihr wann und wo plant. Am besten fragt ihr einfach mal beim Ordnungsamt nach, in der Regel ist das zuständig. Dort gibt es Informationen, welche Genehmigungen ihr einholen müsst und wie hoch die Verwaltungsgebühren sind. Insgesamt war der Verwaltungsaufwand bei uns überschaubar.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

Ein Nachbarschaftsfest muss nicht teuer sein. Weil alle Beteiligten ehrenamtlich dazu beigetragen haben und für die Bewerbung kaum Geld ausgegeben wurde, war der größte Kostenfaktor unseres Fests die Anmietung einiger Marktstände. Je nach Größe des Fests können aber auch Bierzeltgarnitur und Pavillon ausreichen. Über kleine Spenden für Speisen und Getränke kann außerdem ein Teil der Kosten wieder eingenommen werden.

Wie klappt die Bewerbung?

Die Einladung muss bei den Menschen ankommen, die ihr erreichen wollt: bei den Anwohnern. Am wichtigsten ist deshalb ein freundliches Flugblatt mit allen Informationen zu Ort, Zeit und Angeboten. Ein selbstgestalteter A5-Flyer in schwarz-weiß reicht dazu vollkommen aus. Er kann in Briefkästen gesteckt oder in Hauseingänge geklebt werden. Wir haben außerdem eine Veranstaltung auf Facebook erstellt und den Termin auf der Homepage angekündigt.

Was benötigen wir für die Verpflegung?

Den Kuchen haben wir selbst gebacken, Kaffee durften wir in einem Laden in der Nähe kochen. Wenn es ein kleineres Fest ist und ihr keinen Zugang zu Strom habt, können auch einige Thermoskannen reichen. Für den Kuchen werden außerdem Behälter oder Abdeckungen benötigt – und natürlich braucht es Teller, Tassen, Besteck und Servietten.

Wie organisieren wir Beratungsangebote?

Wir haben nacheinander eine Sozial- und Mietrechtsberatung angeboten, die ehrenamtlich von Rechtsanwälten übernommen wurden. Wenn ihr keine Kontakte habt, lohnt es sich zu schauen, wo es die nächste Beratung (zum Beispiel im Rahmen von »DIE LINKE hilft«) gibt – vielleicht kann dieselbe Person die Beratung auf dem Fest übernehmen oder kennt Kollegen, die ihr fragen könnt. Wichtig: Ihr benötigt ein Extra-Zelt oder einen Raum, wo die Beratung stattfindet. Niemand möchte dabei auf dem Präsentierteller sitzen. Wir haben einen Pavillon mit Wänden aufgebaut. Wichtig: Die Uhrzeiten auf der Einladung angeben.

Was brauchen wir für die Fahrradwerkstatt?

Wichtig sind Werkzeug und vor allem natürlich Leute, die Spaß am Reparieren haben. Damit sind schon viele kleine Reparaturen machbar, für die keine Ersatzteile gebraucht werden. Besonders lohnt sich das natürlich in Städten, in denen viel Fahrrad gefahren wird.

Und sonst noch?

Ein Tisch mit Material und Informationen zu euren nächsten Terminen und Aktionen – und eine Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben.

Sarah Nagel arbeitet für den Bereich Strategie und Grundsatzfragen in der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN

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