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Von David Vilentchik

Wer sich für die LINKE Parteigeschichte interessiert, ist hier richtig: Im Archiv Demokratischer Sozialismus am Franz-Mehring-Platz in Berlin finden Genossinnen und Genossen wichtige Informationen aus zehn Jahren Parteigeschichte und zu den Vorläufern PDS und WASG. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat das Archiv 1999 eingerichtet. Hier bewahren die vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diverse Relikte auf, deren Entstehung bis zum Sonderparteitag der SED/PDS 1989 zurückreicht. Dazu gehören Protokolle, Reden, Schriftwechsel, aber auch Audio- und Videomaterial sowie Plakate, Flugblätter, Fotos und Werbeartikel.

Die dem Archiv überlassenen Dokumente werden gesichert, bearbeitet und der Öffentlichkeit mittels Findbüchern zur Verfügung gestellt. Alle Findbücher sind unter der Website des Archivs verfügbar: www.rosalux.de/stiftung/historisches-zentrum/archiv/. Zusätzlich werden Interessierten Vor-Ort-Beratungen und Archivführungen angeboten.

Der Besucherraum des Archivs ist ein kleiner Raum, etwa 20 Quadratmeter groß. Er ist zugestellt mit Regalen und Schränken. Hier sitzen diejenigen, die etwas recherchieren wollen. Daneben gibt es ein größeres Magazin, in dem das Material aufbewahrt wird. Das Magazin ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Archivbestand umfasst mehr als 1.500 laufende Meter Akten und 7,7 Terabyte digitale Objekte. Außerdem lagern hier rund 1.200 Hördateien, 2.200 verschiedene Plakate, 1.000 unterschiedliche Flugblätter, 700 Fotos und 200 Objekte.

Kleine Lehrstunde

Im Archiv finden sich auch Materialien aus den letzten Monaten der DDR, etwa Mitschnitte der Versammlungen der 10. Volkskammer, dem Parlament der DDR, sowie über die Arbeit der »Runden Tische«, die 1990 in der DDR eine wichtige politische Rolle spielten. Am 7. Dezember 1989 trafen sich in Ost-Berlin Vertreter der SED-Regierung, Blockparteien, Opposition und Kirchen erstmals zu Gesprächen am »Zentralen Runden Tisch«, um über die Zukunft der DDR zu sprechen. Thema war die Demokratisierung der DDR, die mit dem Ende der SED-Herrschaft sowie der Staatssicherheit und mit der Erarbeitung einer neuen Verfassung einhergehen sollte. Es kam jedoch anders: Am 3. Oktober 1990 kam die Wiedervereinigung. Die DDR existierte nicht mehr, und das Grundgesetz blieb als Verfassung bis heute erhalten. Die PDS, hervorgegangen aus der SED, bestand weiter. Sie schloss sich 2007 mit der WASG zu »DIE LINKE« zusammen.

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