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DISPUT

Meilenstein

Von Daniel Bartsch 

Duschen, Haare waschen und saubere Sachen – ein schöner Dreiklang vor dem sonntäglichen Frühstück. Ärgerlich, wenn sich in den Socken dann ein Kristall Katzenstreu verfangen hat … wie ein Kiesel in der »Sandalette« am Wandertag. Beim Socken-Umstülpen läuft das Radio im Bad, die Nachrichten und ich höre: »… ist ein Meilenstein für die moderne Arbeitswelt! « Mh, da fällt mir glatt ein Stein vom Herzen… OK, es war eher ein Krümelchen Rollsplit.

Der Meilenstein in seinem ursprünglichen Zustand war eine Distanzmessmarke, stand also als Abschnittsbevollmächtigter aus Stein an bestimmten Marken zwischen den Orten A und B. Ein Meilenstein markiert auch im übertragenen, sprachlichen Sinne eine bestimmte Marke oder Etappe auf dem Weg zum Ziel. Die Landung auf dem Mond ist ein Meilenstein bei der Besiedlung des Weltalls – obwohl es ein kleiner Schritt war.

Und heute? In unserer an Superlativen gar nicht so armen Welt, die immer höher, immer schneller, immer weiter will, und alles »the greatest« sein muss … macht man halt aus jeder Mücke einen Elefanten – mit vermeintlich positivem Bezug. So wird ganz fi x aus jeder zusätzlichen Lötstelle ein Quantensprung in der Informationstechnologie – oder aus jedem Zehntelprozent bei Tarifverhandlungen, jedem Drei-Tore- Vorsprung, ein Meilenstein.

Wenn jeder Pups zum Sturm aufgeblasen wird, wird es beliebig, langweilig und komplett uninteressant. Heben wir doch die Meilensteine für Dinge auf, die wirklich welche sind – die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit!!! Und nicht jeder Krümel, der bei maximalem Verbal-Zoom wie ein Fels aussieht. Abschließend noch für den Bildungsauftrag: Wie steigert man »imposant«? Im-Po-Sand, Im-Hintern-Steine und Im-Arsch … Meilensteine.

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