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DISPUT

DIE LINKE wächst

Rund 8.500 neue Mitglieder sind im vergangenen Jahr in die Partei eingetreten. Jetzt geht es darum, gemeinsam aktiv zu werden

Von Susanne Lang

Jeden Morgen um genau eine Minute nach 8 Uhr bekommt Inke Rosseck eine E-Mail. Wenn die Mitarbeiterin in der Abteilung Kampagnen/ Parteientwicklung in der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN die Nachricht öffnet, erhält sie eine Liste der am Vortag online eingetretenen Mitglieder. »Auch die Kreis- und Landesverbände werden über die Eintritte informiert «, erklärt sie.

Eigentlich werden Mitglieder von den Landes- und Kreisverbänden betreut. Das kleine Willkommenspäckchen, das neue Genossinnen und Genossen erhalten, packt aber Inke Rosseck – wenn die Eintritte in der Bundesgeschäftsstelle eingegangen sind. Ansonsten bekommen Neumitglieder Post je nachdem von ihrem Landes- oder Kreisverband. In Inkes Willkommenspäckchen liegt stets eine Ausgabe des DISPUT, aktuelles Material und der Imageflyer. Den Imageflyer verschickt sie besonders gerne. Auseinandergefaltet steht auf der Rückseite »Ich liebe dich – DIE LINKE«. Inke ist für viele Neumitglieder die erste Kontaktperson und beantwortet alle Anfragen rund um die Mitgliedschaft.

In den letzten Monaten hatte Inke Rosseck alle Hände voll zu tun. Rund 8.500 Menschen sind im vergangenen Jahr in DIE LINKE eingetreten, fast 62.500 Mitglieder hatte die Partei Ende 2017. »Das ist eine sehr gute Entwicklung«, sagt der Parteivorsitzende Bernd Riexinger. »Aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Da ein Großteil der neuen Mitglieder junge Beschäftigte sind, wird es eine besondere Herausforderung sein, sie in gemeinsame Aktivitäten einzubinden.« DIE LINKE ist die einzige Kraft, die soziale Positionen in Parlamenten konsequent vertritt und die gesellschaftliche Auseinandersetzung gemeinsam mit BündnispartnerInnen vorantreibt. »Dem Rechtsruck in der Gesellschaft wollen wir uns mit den neuen und erfahrenen Mitgliedern entgegenstellen. Mit ihnen wollen wir für eine solidarische Alternative werben, die die konkreten Probleme der Menschen in den Blick nimmt. Es bleibt viel zu tun« sagt Riexinger.

DIE LINKE hat einiges erreicht. Den – wenn auch zu niedrigen – Mindestlohn würde es ohne sie nicht geben. Die Kampagne »das muss drin sein« hat dazu beigetragen, den Mietnotstand und die untragbare Lage in der Pfl ege der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen. Der Widerstand gegen das Hartz IV-Regime bleibt durch DIE LINKE wach – um nur einige Beispiel zu nennen.

 DIE LINKE wächst — und auch das ist eine Herausforderung. »Wir müssen dafür sorgen, dass die neuen Mitglieder sich bei uns zu Hause fühlen und ihren Platz in der Partei finden. Dazu müssen wir auf sie zugehen«, sagt Christoph Kröpl, Leiter der Abteilung Kampagnen/Parteientwicklung in der Bundesgeschäftsstelle. Ob Dorf oder Großstadt, ob Ost oder West — die LINKEN vor Ort freuen sich auch über eine Kontaktaufnahme. »Wir brauchen deine Ideen und deine Leidenschaft«, appelliert Christoph Kröpl an neue und langjährige Genossinnen und Genossen, sich einzubringen.

Die neuen Mitglieder sind im Durchschnitt 34 Jahre alt, viele von ihnen kommen aus Großstädten. Für viele war Trumps Präsidentschaftswahl oder die Rechtsverschiebung in der letzten Bundestagswahl der Anlass, sich der LINKEN anzuschließen. Sie wollen etwas verändern, den Rechtstrend stoppen, eine gerechte Gesellschaft herstellen. Damit sind sie in der LINKEN genau richtig. Die Präambel des Parteiprogramms bringt auf den Punkt, was die Partei eint: »Wir verfolgen ein konkretes Ziel: Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der kein Kind in Armut aufwachsen muss, in der alle Menschen selbstbestimmt in Frieden, Würde und sozialer Sicherheit leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse demokratisch gestalten können.«

WAS, ist klar – aber WIE?

So klar die Fragen nach den Interessen der Parteimitglieder sind, so schwierig ist in der Praxis die Frage nach dem Wie zu beantworten. Wie können fast 62.500 Menschen gemeinsam soziale Gerechtigkeit konkret durchzusetzen? Wie gemeinsam handlungsfähig sein?

»Für Mitglieder gibt es verschiedene Möglichkeiten, aktiv zu sein«, erklärt Christoph Kröpl. Erstens in der Basisgliederung, die allerdings je nach Landesverband unterschiedlich heißt. Es ist die Basisorganisation oder der Ortsverband, mancherorts auch der Stadt- oder Kreisverband. Jedes Mitglied findet hier in Wohnortnähe Genossinnen und Genossen für gemeinsame politische Aktionen, Diskussionen neuer Ideen und gleichzeitig viele tolle Menschen. Hier können Interessierte Kontakt zu KommunalpolitikerInnen der LINKEN knüpfen.

Die zweite Möglichkeit bieten Zusammenschlüsse. Hier wird unabhängig von regionaler Zuordnung auf Landes- und Bundesebene zusammengearbeitet. Es gibt Zusammenschlüsse zu Themen wie Hartz IV, Ökologie, Kulturpolitik oder Betrieb&Gewerkschaft. Es gibt auch Zusammenschlüsse, in denen vor allem gemeinsam geteilte Haltungen das Verbindende sind, die so genannten Strömungen. Eine Liste der aktuellen Zusammenschlüsse mit Kontaktadressen finden Interessierte unter www.die-linke.de/partei. Dort gibt es auch weitere Informationen zur Struktur und den Gremien der LINKEN.

Junge GenossInnen bis 35 Jahre sind automatisch passives Mitglied im Jugendverband der LINKEN, der Linksjugend [‘solid]. Für Studierende ist der Studierendenverband LINKE. SDS ein idealer Ankerplatz, der ebenfalls kräftig wächst.

Linke Ideen müssen auf der Straße und in der Öffentlichkeit Druck entfalten, damit sie in den Parlamenten durchgesetzt werden können. Darum gehören neben den Wahlkämpfen auch thematische Kampagnen zu einem wichtigen Mittel politischer Arbeit. In der »das muss drin sein«- Kampagne hat DIE LINKE prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen an den Punkten Befristung und Leiharbeit, Mindestsicherung, Umverteilung von Arbeit, bezahlbares Wohnen und mehr Personal in der Pflege zum Thema gemacht. An vielen Orten konnte DIE LINKE dadurch in konkreten Konflikten sichtbar und erlebbar werden. Welche Kampagnenschwerpunkte in den nächsten Monaten gesetzt werden, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

Wer Aktionen auf der Straße liebt, ist bei linksaktiv.de an der richtigen Adresse. Dieses Online-Aktionsnetzwerk bietet die Möglichkeit, bei konkreten Aktionen wie der »das muss drin sein«-Kampagne oder bei Wahlkämpfen mitzumachen: Flyer verteilen, Aktionen vorbereiten und durchführen, Aktionen dokumentieren und in der Breite bekanntmachen. Und nebenbei: nette Leute kennenlernen.

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