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Disput

Sommer, Sonne, Sozialismus

Mit Wehmut wird der kommende Pfingstmontag für etliche Genossinnen und Genossen beginnen. Wenn am Vormittag des 5. Juni die letzten Gäste die Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte in Altenhof verlassen haben, ist eine LINKE Institution Geschichte: Am ersten Juni-Wochenende wird »Pfingsten mit der LINKEN am Werbellinsee« zum 25. und zum letzten Mal stattfinden. »Im nächsten Jahr gehen viele der Organisatoren und Organisatorinnen in den Ruhestand «, sagt Andreas Fährmann, Leiter der Landesgeschäftsstelle Berlin, der seit vielen Jahren das Pfingsttreffen mit rund einem Dutzend anderen haupt- und ehrenamtlicher Genossen und Genossinnen vorbereitet. Auch Andreas Fährmann geht bald in den Ruhestand.

Zwischen 600 und 700 Mitglieder und Sympathisantinnen und Sympathisanten sind bislang jedes Jahr für vier Tage an den Werbellinsee gekommen, um mit Gleichgesinnten zu feiern, Sport zu treiben, zu diskutieren, Konzerte oder Lesungen zu besuchen. Hinzu kommen Hunderte Tagesgäste. Dazu wird alljährlich am Strand des Werbellinsees ein großes Zelt errichtet, in dem tagsüber Veranstaltungen stattfinden. Für den Abend ist auf dem Gelände eine große Kulturbühne aufgebaut, auf der zwischen 19 und 21 Uhr Lesungen stattfinden. Danach wird jeden Abend in der Turnhalle getanzt.

Entstanden ist das Pfingsttreffen zu Beginn der 1990er Jahre. Seinerzeit traf man sich noch in Markgrafenheide. »Aus Mecklenburg-Vorpommern kam die Idee, eine Veranstaltung für Genossinnen und Genossen zu organisieren, bei der wir Politik, Kultur, Spiel und Spaß verbinden«, sagt Andreas Fährmann. Die Idee kam gut an. Nach einigen Treffen zog das LINKE-Pfingsttreffen an den Werbellinsee um. Dort befindet sich die Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte Werbellinsee, die genug Raum bietet.

Aus »Pfingsten mit der PDS« wurde »Pfingsten mit der LINKEN«. Zunächst kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem aus dem Osten. »Mittlerweile sind Gäste aus allen Landesverbänden dabei«, sagt Andreas Fährmann. Unter den auftretenden Künstlern und Künstlerinnen waren unter anderem Barbara Thalheim, die auch in diesem Jahr kommt, Wladimir Kaminer und André Hermlin. Zum 20. Pfingsttreffen gab es sogar eine eigene Zeitung. Schlagzeile: »Sommer, Sonne, Sozialismus «.

Alle Generationen sind vertreten, aus mancher Familie sind die Kinder und sogar Kindeskinder mit von der Partie. Das Programm für die Kleinen organisiert der Kinderverein »Ottokar «. Neben Sport und Festen geht es dabei auch um spielerische Wissensvermittlung, etwa um das Thema Kinderrechte. Das Programm für dieses Jahr wird zurzeit vorbereitet. Wie immer wird es zahlreiche Diskussionsrunden geben. Petra Pau und andere Bundestags- und Europaparlamentsabgeordnete und das ein oder andere Regierungsmitglied werden daran wie immer teilnehmen.

Der organisatorische Aufwand für die Veranstaltung ist erheblich. Die Organisatorinnen und Organisatoren reisen jeweils schon am Mittwoch an, um die kommenden Tage vorzubereiten. Auch ihnen wird es am Pfingstmontag wohl etwas schwer ums Herz, wenn die liebgewonnene Tradition zu Ende geht. »Das war eine schöne Zeit«, sagt Andreas Fährmann. »Es hat viel Spaß gemacht.«

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