Rico Gebhardt

Zuerst in der Gesellschaft werben

Wenn in 30 Jahren im Sächsischen Landtag nur eine einzige unserer Initiativen beschlossen wurde – weil zu wenige CDU-Abgeordnete im Saal waren –, dann ist die Frage berechtigt: Was habt ihr für uns erreicht? Warum sollen wir euch noch mal wählen?

Jahrelang begnügten sich viele damit, uns als Protestkraft zu stärken. Nicht zuletzt »Rote Socken«-Kampagnen haben uns diese Rolle ermöglicht. Heute haben andere diese Rolle übernommen – und sie »wirken« sichtbar, leider. Da hilft es nicht, wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen und rechten Parteien den Taktstock zu überlassen. Es hilft nicht, ständig über sie zu sprechen oder sich zu empören. Wer andere kritisiert, verbreitet zwangsläufig deren Botschaft und macht sie relevant.

Was könnte helfen? Sagen wir es selbstbewusst: DIE LINKE kämpft für den demokratischen Sozialismus, also für ein grundlegend anderes Zusammenleben – ohne ungezügelten Kapitalismus, ohne Profitstreben, mit Solidarität und Zusammenhalt, aber auch ohne den einengenden und bürokratischen Staatssozialismus. Wir werben zuallererst in der Gesellschaft und erst dann im Parlament für eine Mehrheit. Immer mehr Menschen spüren, dass auf die Selbstregulierung des Marktes kein Verlass ist. Der Kapitalismus kann die Gleichheit, Freiheit und Solidarität aller Menschen nicht hervorbringen.

Die Mächtigen haben uns Sozialisten immer mehr gefürchtet als alle anderen, weil wir für sie eine tatsächliche Gefahr sind. Sorgen wir dafür, dass sie das laut hinausschreien!

Rico Gebhardt ist Spitzenkandidat in Sachsen.