Heidi Reichinnek

DIE LINKE muss für die Menschen kämpfen – innerhalb und außerhalb der Parlamente

Der Ansatz "neuer linker Mehrheiten" greift eine Diskussion auf, die so alt ist wie linke Bewegungen und Parteien selbst - welcher Weg ist der richtige, um eine sozialistische Gesellschaft zu erreichen? Im Kern hat Rosa Luxemburg auf diese Frage eine Antwort gegeben, die wir uns heute mehr denn je als Leitidee setzen sollten. Für sie besteht ein "unzertrennlicher Zusammenhang zwischen Sozialreform und Revolution", der "Kampf um die Sozialreform [ist] das Mittel, die soziale Umwälzung aber der Zweck". Nichts anderes vertreten wir, wenn wir unser Engagement in gesellschaftliche Bewegungen mit Bereitschaft zu linker Regierungsarbeit verbinden. Wir sind keine Protestpartei, die sich nur gegen etwas richtet, wir haben linke Lösungen, Konzepte und Alternativen, die wir umsetzen können und wollen. Gerade das aktuelle gesellschaftliche Klima zeigt, dass unsere Angebote mehrheitsfähig sind. 

Deshalb ist es kontraproduktiv, sich kategorisch gegen Regierungsbeteiligungen zu positionieren. Natürlich müssen wir uns gleichzeitig immer hinterfragen. Wer linke Haltelinien für Posten über Bord wirft, disqualifiziert nicht nur sich selbst, sondern die ganze Partei. Radikal links zu sein heißt, Kämpfe auf allen Ebenen zu verbinden und voneinander zu lernen. Wenn wir unsere Kraft darauf konzentrieren, statt vornehmlich öffentlich unsolidarische Personaldiskussionen zu führen, kann die LINKE. ihre Rolle als sozialistische Kraft endlich wieder wahrnehmen und die Gesellschaft verändern.