Altersarmut ist in der Bundesrepublik überwiegend weiblich. Und das seit vielen Jahren. 2007 waren die durchschnittlichen Versichertenrenten von Frauen in Westdeutschland mit 468 Euro monatlich nur halb so hoch wie die der Männer. In Ostdeutschland erreichten Frauenrenten mit 665 Euro noch cirka Zweidrittel der Versichertenrenten der Männer. Der Ost-West-Unterschied bei Frauenrenten erklärt sich aus längeren Versicherungszeiten, weil in der DDR fast alle Frauen in Vollzeit erwerbstätig waren. In Ostdeutschland ist seit der Wende die Frauenarbeitslosigkeit stark angestiegen. Deshalb wird die Altersarmut von Rentnerinnen auch hier bald das westdeutsche Niveau erreichen.
Die sogenannte Standardrente erreichen nur die Versicherten, die 45 Jahre lang Beiträge in Höhe des Durchschnittsverdienstes gezahlt haben. Frauen erreichen die Standardrente so gut wie gar nicht – weil sie meist unter dem Durchschnitt verdienen und wegen Kindererziehungszeiten - auch wegen fehlender Betreuungseinrichtungen - häufig unterbrochene Erwerbsbiografien mit kürzeren Beitragszeiten als Männer haben, also nicht auf 45 Beitragsjahre kommen Zum anderen übernehmen Frauen meistens die familiäre Pflege von Angehörigen, was sich wiederum in mangelnden Rentenansprüchen bemerkbar macht.
DIE LINKE vertritt eine Politik der eigenständigen Alterssicherung von Frauen: Eigenständige Rentenansprüche von Frauen müssen Vorrang haben vor abgeleiteten Ansprüchen (Witwenrente), die an die Ehe oder die eingetragene Partnerschaft gebunden sind.
Wichtige Voraussetzung für eine eigenständige existenzsichernde Rente von Frauen ist die Beseitigung der noch immer bestehenden Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Diese zeigt sich in der geringeren Höhe ihrer Löhne, den schlechteren Chancen auf einen Arbeitsplatz und dem Bruchteil von Frauen in gut bezahlten Positionen. Gute Arbeit und gute Löhne führen auch zu guten Renten!
DIE LINKE setzt sich ein für eine wirkliche Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben: