22. Juni 2008

EL Bildungs-Konferenz

13 Organisationen der Europäischen Linken, die 13 Länder repräsentieren, nahmen an der Bildungskonferenz der EL vom 19. bis 20. Juni 2008 in Paris teil

Maite Mola (Spanien, Mitglied des Vorstandes der EL) leitete in die Thematik ein, die von Bernard Calabuig und von Jose Tovar aus Frankreich am Donnerstag und Freitag moderiert wurde.

Maite Mola stellte die Aktivitäten der EL im Bereich der Bildung vor, Bernard Calabuig erläuterte die Ziele von Lissabon und weitere Arbeitsvorlagen, welche dem Bericht angehängt werden, ebenso wie die Präsentation von Olivier Gebuhrer.

Durch die Vorstellung der jeweiligen Situation in den verschiedenen Ländern, wurde deutlich, dass überall ähnliche Probleme bestehen: das Bildungssystem wird komplett auf das neoliberale Modell übertragen, egal ob in linken oder eher rechten Regierungen: unabhängig vom nationalen Kontext wird diese Politik verfolgt. Überall ist eine Bedrohung der Öffentlichen Einrichtungen zu beobachten. Da nur noch die Finanzierung im Vordergrund steht, wird das Konzept der Bildung für Alle angegriffen. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund werden ausgeschlossen und Flexibilisierung und Prekarität treffen auch Lehrenden und Angestellte.

Überdies zeigt die Situation in Griechenland, dass der Bologna Prozess zur Zerstörung der öffentlichen Universitäten führt.

Die Teilnehmenden hoben jedoch hervor, dass sie eine Mobilisierung zur Verteidigung der Öffentlichen Bildung und für den Erhalt dieser in Spanien, Griechenland, Frankreich etc. ausmachen. Es wird als wichtig erkannt, diese Arbeit fortzusetzen, um dem ganzen auch eine europäische Dimension zu geben.

Es wurde festgestellt, dass diese neoliberale Politik sowohl die Nord- als auch die Osteuropäischen Länder betreffen, wenngleich mit spezifischen Eigenheiten. Dasselbe gilt für die Schweiz mit den Kantonen, Deutschland und Belgien etc.

Auch die Situation von Kindern aus sozial schwachen Familien, Ungleichheiten im Bildungssystem, Pädagogik und die Feminisierung der Bildung, sowie das Verhältnis zwischen Bildung und Arbeit, wurden diskutiert.

Beschlüsse:

1. Wir bereiten eine Aktions-Tag gegen Bildung als Ware vor

2. Bei der EL-Sommeruniversität wird es einen Bildungs-Workshop geben. Olivier Gebuhrer wird eine Analyse des Bildungssystems in Europa vorstellen, gefolgt von einer detaillierten Analyse der nordischen und östlichen Systeme in Europa. Das Manifest soll diskutiert werden, und als Grundlage für einen linken und progressiven Rahmen dienen, welcher unabdingbare Voraussetzung für die Emanzipation und Entwicklung ist und Gültigkeit in allen Ländern haben muss.

Doch unsere Debatte war erst der Anfang für eine gemeinsame Herausgabe des Manifestes, welches Ende des Jahres abgeschlossen werden soll und damit die Gelegenheit einer Initiative /eines Public Action Day eröffnet und überdies die Arbeit während des ersten Trimesters 2009 vor den Europawahlen vorstellen.

Maite Mola wird den Workshop bei der EL Sommeruniversität moderieren und Henri Wehenkel wird das Manifest vorstellen. Die Teilnehmenden schlagen vor eine Kurzform und eine Langversion anzufertigen.

Überdies wurde vorgeschlagen, dass Bernard Calabuig gemeinsam mit Maite Mola und Henri Wehenkel das Arbeitstreffen koordiniert. Die Arbeitsgruppe ist für alle interessierten Mitglieder offen.