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		<title>DIE LINKE.</title>
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		<lastBuildDate>Fri, 23 Sep 2011 23:38:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Vereint für Gerechtigkeit - Herausforderungen und Erwartungen an den 3. ver.di-Kongress</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/vereint-fuer-gerechtigkeit-herausforderungen-und-erwartungen-an-den-3-verdi-kongress/</link>
			<description>Andrea Kocsis</description>
			<content:encoded><![CDATA[Was viele kaum für möglich gehalten haben und viele Skeptiker auf den Plan gerufen hat, ist gelungen: 10 Jahre nachdem sich vier DGB Gewerkschaften und die DAG zu ver.di zusammengeschlossen haben, ist wirklich eine neue Gewerkschaft entstanden: Über eine Million neue Mitglieder seit Gründung, ein höherer Erwerbstätigen-Anteil an der Mitgliedschaft als je zuvor - mehr als 75 Prozent - mehr Frauen als Männer, spiegeln die Struktur der Beschäftigten in den Dienstleistungsbranchen wider.
Viele Berufe, Kulturen, gewerkschaftspolitische Erfahrungen und Positionen haben sich zusammengefunden. Diese Vielfalt immer wieder zu erneuern, bleibt eine ständige Herausforderung und ist die große Chance: Knopfdruckgewerkschaft mit der Willensbildung von oben nach unten, Stellvertreterpolitik und auch noch Fraktionierungen waren gestern. An die Stelle getreten sind Prozesse der Verständigung, des voneinander Lernens, von Kommunikation - kurz - eine neue Kultur des Miteinander. Verständigung und Kommunikation, Toleranz und gelebte Solidarität erfordern Zeit, führen aber zu tragfähigen Ergebnissen. Insofern hat sich die Matrix bewährt. Und was oft von außen übersehen wird: ver.di ist Gewerkschaft in erster Linie von Ehrenamtlichen, will sagen von Kolleginnen und Kollegen, die eine Basis haben, und wer sich die Wahlvorschläge für den Kongress ansieht, erkennt leicht, dass sich das Geschlechterverhältnis umgekehrt hat und dies gilt auch für die Führungsebenen unterhalb des Bundesvorstandes.
Dies ist eine, trotz mancher Mängel, gute Ausgangslage für gewerkschaftliche Interessenvertretung in unruhigen Zeiten:
1. Weltwirtschaftliche Ungleichgewichte, die Krise des Euroraums, ausgelöst von den Finanzmarktakteuren, die noch vor kurzem mit Milliardensummen vor dem Zusammenbruch gerettet wurden, verhindern eine stabile Entwicklung. Die den südlichen EU-Ländern aufgezwungenen Kürzungspläne, die endgültig in die Rezession führen, der direkte Angriff auf Arbeitnehmerrechte, Renten oder die Tarifautonomie verlangen klare gewerkschaftliche Antworten und die können nur lauten: Regulierung der Finanzmärkte, europäische Programme für Wachstum und Beschäftigung vor allem in Südeuropa, gerechte Verteilung der Kosten der Krise.
2. Niedriglohnsektor und die zunehmende Prekarisierung unterspülen die Fundamente der von den Gewerkschaften erkämpften Entgelte und Arbeitsbedingungen und die Grundlagen der Mitbestimmung. Nichts ist dringender als eine klare Position für den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ab 8,50 Euro und die Reregulierung der Beschäftigungsverhältnisse. Mindestlöhne, gute Tariflöhne, neue Formen der Arbeitsumverteilung stehen auf der Agenda ebenso wie das entschiedene Engagement für eine Sozialstaatspolitik, die die soziale Sicherung im Alter, bei Krankheit und Arbeitslosigkeit wieder stärkt.
3. Der Wandel hin zu einer technologiegestützten Dienstleistungsökonomie fordert neue Konzepte. Aufwertung der Dienstleistungsarbeit, Professionalisierung und eine umfassende Qualifizierung, Forschung und Entwicklung für neue Dienstleistungen und öffentliche Investitionen in gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen sind Eckpunkte der ver.di Dienstleistungspolitik – ein Schwerpunkt des Kongresses.
ver.di war und ist immer dort erfolgreich, wo wir Mitglieder organisieren und aktivieren, in den Betrieben und Verwaltungen, den von uns vertretenen Branchen. Der Schlüssel für Gewerkschaftsmacht liegt in den Betrieben und natürlich ist diese auch mit einer gesellschaftspolitischen Perspektive verbunden. Meine Erwartungen an den Kongress: Entscheidungen zu treffen, mit denen wir weitere vier Jahre vereint erfolgreich für Gerechtigkeit handeln können.
<i>Andrea Kocsis, stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 23:38:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Verdrängungswettbewerb zerstört die Eisenbahn</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/verdraengungswettbewerb-zerstoert-die-eisenbahn/</link>
			<description>Hans-Gerd Öfinger</description>
			<content:encoded><![CDATA[Steter Tropfen höhlt den Stein. Nach diesem Motto will die von privaten Konzernen gesteuerte Lobby das europäische Eisenbahnwesen weiter filetieren, liberalisieren und privatisieren. Ein neues Richtlinienpaket der EU-Kommission (&quot;Recast&quot;), das dem EU-Parlament vorliegt, strebt die Zerschlagung der großen Eisenbahngesellschaften an.
Zwar ist die Idee der Privatisierung durch negative Erfahrungen in England und anderswo diskreditiert. Doch wer gehofft hatte, dass knallharte Fakten die Entscheidungsträger nachdenklich stimmen, sieht sich getäuscht. Der Wahnsinn geht weiter. Auch viele Grüne und Sozialdemokraten behaupten, dass &quot;mehr Wettbewerb&quot; mehr Menschen und Güter auf die Schiene bringe.
<i>Was &quot;Wettbewerb&quot; in der Praxis anrichtet, schildert Alfred Lange, Betriebsratsvorsitzender bei der Güterbahn DB Schenker Rail, in Frankfurt:</i>
Ich erlebe seit Jahren den liberalisierten Markt. Sprich: Wettbewerb und Wettbewerbsdruck. Dieser hat auf dem Weg hin zu immer mehr Kosteneinsparung in meinem Betrieb rund 400 Arbeitsplätze gekostet. Und zwar nicht hin zu anderen Eisenbahnen, sondern zur Verlagerung auf die Straße.
Weil der Wettbewerb nur um die lukrativsten Verkehre stattfindet, zu Lasten des personalintensiveren und weniger ertragreichen Einzelwagenverkehrs.
Steigender Kostendruck durch hohe Renditeforderungen führt zu Arbeitsplatzabbau, Leistungsdruck und Leistungsverdichtung. Zu mehr Risikobereitschaft in Sicherheitsdingen.
Da werden weltweit die &quot;günstigsten&quot; Achsen für Güterwagen gesucht und gekauft, und dann, als Unfallursache wie in Viareggio (Italien) ausgemacht, unter enormem Kosten- und Zeitaufwand wieder ausgetauscht.
Da werden immer mehr Züge nicht mehr durch gelernte Wagenmeister, sondern nur noch durch Wagenprüfer untersucht.
Da baut die Bundesnetzagentur wegen der Liberalisierung eine immer größer werdende Reglementierung in den Zugbildungsanlagen auf, die den Einzelwagenverkehr schon fast ins Mark trifft. Sämtliche Gleise und Anlagen sollen minutiös, rund um die Uhr, für das ganze Jahr, zugeschieden werden, ohne gleichzeitig eine Garantie für die pünktliche Durchführung des Güterverkehrs zu geben.
Soll dann noch das Netz vom Betrieb getrennt werden, so wird ein weiterer unüberbrückbarer Graben in das System Eisenbahn geschlagen, das schon den heutigen Verkehr nicht abwickeln kann. Geschweige denn für zukünftiges Wachstum auf der Schiene die Grundlage bilden kann.
Entweder wird es dann nur noch die &quot;kleine, feine Eisenbahn&quot; geben, oder es herrschen die gleichen marktliberalen und radikalen Kräfte wie auf der Straße. Mit den gleichen Folgen: Staus, Unfälle und Todesopfer.
Auch die sozialen Bedingungen für die Beschäftigten würden sich schlagartig verändern. Es gäbe keinen konzerninternen Arbeitsmarkt mehr für Überhänge oder einsatzbeschränkte Mitarbeiter, sondern nur noch den Weg zum Arbeitsamt. Und das Verhältnis von Festangestellten zu Leiharbeitnehmern würde sich umkehren – zu Lasten von Betriebsablauf und Sicherheit.
Eisenbahn ist ein zusammenhängendes Gesamtgefüge, das sich nicht in marktradikale und profitorientierte Einzelteile zerlegen lässt, ohne seine wirtschaftliche, gesellschaftliche, ökologische Aufgabe und Rolle zu verlieren.
Eine funktionierende Eisenbahn kann es nur im Ganzen geben und in Europa nur in einem partnerschaftlichen Miteinander.
<i>Quelle: www.bahnvonunten.de</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 22:40:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zur Sache: Was erwarte ich vom ver.di-Kongress? Welche Anforderungen gibt es?</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/zur-sache-was-erwarte-ich-vom-verdi-kongress-welche-anforderungen-gibt-es/</link>
			<description>Kersten Artus, Delegierte</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eine Woche lang werden im September 1.000 Delegierte in Leipzig beraten. Ein Kongress dieser Größe hat immer eine eigene Dynamik. So erlitt der Vorstand in 2007 eine ungeplante Niederlage, als ihm die Teilnehmenden die Folgschaft für eine Verlängerung des ver.di-internen Kongress-Zyklus verweigerte – von vier auf fünf Jahre. Nun wird anderweitig gespart: Künftig wird es nur noch eine Stellvertreterposition geben.
Gerechtigkeit, Würde, Solidarität – das ist das Motto für 2011. Eine Korrektur der bislang geforderten Höhe eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes auf 8,50 Euro dürfte zur Beschlusslage werden.
Die Bundestagswahl 2013 wirft ihre Schatten voraus: Wird es ver.di gelingen, eine aktive Rolle für eine Weichenstellung hin zur sozialen Gerechtigkeit einzunehmen? Sollte es zu einem Regierungswechsel kommen, sind klare Positionen zur Wirtschaftsdemokratie erforderlich. Der Schuldenbremse muss zudem eine klare Absage erteilt werden, denn sie wird massive Kürzungen der Sozialetats zur Folge haben, weil sie den Staat handlungsunfähig macht. Daran schließt sich die Frage an: Wie gestaltet sich überhaupt noch gewerkschaftliche Durchsetzungsmacht – auch und gerade vor dem Hintergrund weitgehender Deregulierung von Rechten in der Arbeitswelt? Wer soll – in Anbetracht sinkender Mitgliederzahlen – Tarifrechte überhaupt noch durchsetzen und damit die Urkraft gegen das ruinöse kapitalistische Treiben, die Belegschaften, noch mobilisieren?
Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung von Vollzeitarbeitsverhältnissen, nach dem Generalstreik, für mehr Mitbestimmung, für besseren Gesundheitsschutz in den Betrieben – dies sind Inhalte von Anträgen, die zur Beschlussfassung vorliegen. Gesellschaftspolitisch muss und wird sich ver.di zum Atomausstieg, zur Steuergerechtigkeit und zur Finanzierung des Gesundheitswesens positionieren.
Ein brodelnder Konfliktherd wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Kongress befriedet: Der Gewerkschaftsrat erteilte der Tarifeinheit eine Absage. Sie beinhaltete eine Einschränkung der im Grundgesetz verankerten Koalitionsfreiheit. Monatelang hatte es offenen Streit auf Konferenzen und in Vorständen gegeben. Ob sich bis September die Gemüter abgekühlt haben, wird sich nicht zuletzt am Wahlergebnis des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske zeigen.]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 21:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kurswechsel: Gemeinsam für ein gutes Leben</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/kurswechsel-gemeinsam-fuer-ein-gutes-leben/</link>
			<description>Berthold Huber</description>
			<content:encoded><![CDATA[&quot;Kurswechsel: Gemeinsam für ein gutes Leben&quot;. Unter diesem Motto organisiert die IG Metall im Oktober ihren Gewerkschaftstag. Dieses Motto ist zugleich auch ein politischer Handlungsauftrag. Die realwirtschaftliche Entwicklung der letzten Monate kann nicht darüber hinweg täuschen, wie sehr Arbeits- und Lebensverhältnisse durch eine nächste, noch folgenschwere Wirtschafts- und Finanzmarktkrise bedroht bleiben. Der Staat als Krisenretter in der Not hat funktioniert. Unter maßgeblicher Beteiligung der IG Metall und tausender Betriebsräte und Vertrauensleute ist es gelungen, den vorhergesagten Einbruch am Arbeitsmarkt, den dauerhaften Verlust an industrieller Substanz sowie soziale Verwerfungen in großem Umfang zu verhindern. Diesen Erfolg müssen wir - die IG Metall - auch als unseren eigenen Erfolg würdigen und wertschätzen. Denn er war Voraussetzung für den gegenwärtigen Aufschwung. Mittlerweile sind ganze Staaten selbst in den Sog unregulierter Finanzmärkte geraten. Dabei geht es um mehr als nur um die Stabilität des Euro und die Zukunft einer Wirtschafts- und Währungsunion. Europas Entwicklung ist gefährdet, wenn es nicht zu einem politischen Kurswechsel kommt.
Politischer Kurswechsel, das meint mehr als der Verzicht auf die eine oder andere soziale Grausamkeit oder politische Untat. Das gute, gelingende Leben für möglichst alle Menschen, das muss zur politischen Zielsetzung werden. Die Ausrichtung auf gutes Arbeiten und Leben verlangt nicht nur Korrekturen bei Detailfragen der Politik. In der gesamten Ausrichtung muss unmissverständlich erkennbar sein, dass Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit die Leitwerte sind.
Zudem verlangen schon die Normen des Grundgesetzes nach einem Staat, der mehr ist als Erfüllungsgehilfe wirtschaftlicher Interessen und Nachtwächter über Bürgerfreiheiten. Der Staat hat eine zentrale Rolle in seiner Funktion als Garant einer gerechten Wirtschafts- und Sozialordnung. Und das bedeutet, dass er sich gegen die Dominanz der Märkte behaupten muss. Gerechtigkeit schaffen nicht die freien Märkte, sondern dafür gibt es soziale Regulierungen, die Rechte und Pflichten beinhalten. Der aktive Staat übernimmt dazu eine Verantwortung. Zum Kurswechsel gehört es, dass die Wirtschaft nicht länger verstanden wird als ein autonomer, sich selbst steuernder Sektor der Gesellschaft. Wirtschaft ist keine demokratiefreie Zone. Dafür sorgen zum Beispiel die Spielregeln des Betriebsverfassungsgesetzes und die Mitbestimmungsgesetze. Sie müssen aber auf die Höhe der Zukunftsherausforderungen gebracht werden.
Und nicht zuletzt beinhaltet das Votum für den politischen Kurswechsel auch eine Orientierung auf eine moderne, nachhaltige Industrie. Sie muss auf soziale wie ökologische Innovationen ausgerichtet sein. Das kann nur gelingen, wenn für alle Beschäftigten Arbeiten und Leben wieder planbar wird. Der gegenwärtig ungebrochene Trend zur Prekarisierung der Arbeitswelt wirkt als Bleigewicht für den sozialen wie ökonomischen Fortschritt und muss dringend umgekehrt werden.
Es ist nicht zu übersehen, wie brüchig das soziale, politische und kulturelle Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft inzwischen geworden ist. Die Kluft zwischen Armen und Wohlhabenden hat sich weiter vertieft, Ausgrenzungen drohen. Das betrifft die Älteren, das bezieht sich auf die Migrantinnen und Migranten. Und die junge Generation hat zunehmend Probleme, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Der Zusammenhang zwischen eigenen Leistungen, Engagement und persönlichem Fortkommen ist erodiert. In der Arbeitswelt werden Mitbestimmungsrechte entwertet und Tarifverträge unterlaufen. Gute Arbeit ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme.
Insgesamt also eine breite Themenpalette, mit der sich der anstehende Gewerkschaftstag der IG Metall auseinanderzusetzen hat. Im Kern geht es darum, die Position der IG Metall  zu stärken, um die Interessen der Mitglieder noch wirksamer vertreten zu können. Die Arbeit der IG Metall erschöpft sich nicht darin, gute Forderung zu stellen. Sie ist auf dem Feld der Betriebs- und Tarifpolitik wie in den gesellschaftspolitischen Debatten auch selbst ein handelnder Akteur. Mit einem selbstbewussten Handeln in den Betrieben, guten Tarifverträgen, und mit überzeugenden gesellschaftspolitischen Alternativen zum schlichten &quot;Weiter-so&quot; kann die IG Metall wichtige eigene Beiträge leisten, um dem politischen Kurswechsel zu befördern.
<i>Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall<br />  Der 22. Ordentliche Gewerkschaftstag der IG Metall findet vom vom 9. bis 15. Oktober 2011 in Karlsruhe statt.</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 20:43:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Keine Euro-Rettung mit Lohn- und Sozialkürzungen</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/keine-euro-rettung-mit-lohn-und-sozialkuerzungen-1/</link>
			<description>Michael Schlecht</description>
			<content:encoded><![CDATA[Ende September soll die Erweiterung des sogenannten Euro-Rettungsschirmes – des EFSF – im Bundestag beschlossen werden. Merkel muss um die Kanzlermehrheit zittern. Für DIE LINKE kann es nur die Ablehnung geben, jedoch aus ganz anderen Gründen als bei den &quot;Dissidenten&quot; der Regierungskoalition: Der EFSF und auch die jetzt anstehende Erweiterung leisten keinen Beitrag zur Lösung der Probleme in der Eurozone, im Gegenteil, er verschärft die Krise.
Erstens sind alle &quot;Notmaßnahmen&quot; an massive Lohn- und Sozialkürzungen gebunden. Die Wirkung dieser Strangulierungen zeigt sich am Beispiel Griechenlands. Bereits 2010 brach das Wirtschaftswachstum um 4,5 Prozent ein, für 2011 wird ein weiterer Rückgang um mindestens fünf Prozent befürchtet. Damit wird der Staatshaushalt weiter belastet, alle &quot;schönen&quot; Planungen werden zu Makulatur. Der EFSF ist ein Rettungsring aus Blei!
Zweitens wird mit den &quot;Notmaßnahmen&quot; nicht den Menschen geholfen, sondern den Banken, auch den deutschen. Es gibt keinerlei Kontrolle oder Einschränkung der Banken. Ihre Überführung in öffentliche Kontrolle ist kein Thema, nur wenn eine Bank kurz vor der Pleite steht. So können die Banken weiterhin ihre Geschäfte machen. Zum Beispiel sich bei der EZB für 1,5 Prozent Geld leihen und es für drei, vier oder auch fünf oder noch mehr Prozent Zinsen als Kredit an Staaten weiter verleihen. Dies Privileg sich Geld bei der EZB leihen zu können ist wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Es funktioniert natürlich nur, wenn die Gläubiger nicht ausfallen. Dafür sorgt die bisherige &quot;Eurorettung&quot;. Insofern ist sie ein Rettungsring für Banken und damit für die Finanzhaie.
Die Alternativen der Linken lassen sich in wenigen Punkten zusammen fassen:
1. In Deutschland muss das Lohndumping beendet werden durch Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 10 Euro und der Rückabwicklung der Agenda 2010. Tarifflucht der Unternehmer muss gesetzlich unterbunden werden. Die Reallöhne sind seit 2000 um 4,5 Prozent gesunken. Bei den 40 Prozent der Beschäftigen, die am schlechtesten verdient haben, sind sie um zehn bis 20 Prozent gekürzt worden. Mit der damit verbundenen Strangulierung der Binnennachfrage wurden Importzuwächse beschnitten und die Exportoffensive deutscher Unternehmer begünstigt. Seit 2000 ist der Aushandelsüberschuss auf 1,2 Billionen Euro angewachsen. Die Kehrseite davon ist die wachsende Verschuldung vieler Länder. Die Verschuldungskrise der anderen ist in Wirklichkeit eine Lohnkrise, vor allem in Deutschland!
2. Anderen Ländern dürfen keine Lohn- und Sozialkürzungen aufgezwungen werden; Austeritätsprogramme lehnen wir strikt ab. Notwendig ist die massive Besteuerung der Reichen und – vor allem in Griechenland – die Kürzung bzw. Streichung von Militärausgaben. Zudem ist ein Programm zum wirtschaftlichen Aufbau des betreffenden Landes notwendig; Stichwort: &quot;Marshallplan&quot;.
3. Die Finanzierung der Eurostaaten soll direkt über Kredite der EZB, vermittelt über eine öffentliche europäische Bank bzw. Einrichtung erfolgen. Die Finanzierung der Staaten muss von den terroristischen Finanzmärkten abgekoppelt, den Banken die Lizenz zum Gelddrucken entzogen werden. Spekulanten und Zocker wären so ausgeschaltet. Da nur für sie die Ratings von Bedeutung sind würden die Rating-Agenturen ihre Macht verlieren. Entscheidend ist aber, dass dann Zinssätze von 1,5 Prozent möglich sind.
4. Finanzinstitute und Banken sind Teil der Daseinsvorsorge und deshalb in öffentliche Kontrolle zu bringen, so wie dies in Deutschland bei den Sparkassen der Fall ist. Das Bankgeschäft ist auf das Einlagen- und Kreditgeschäft zurückzuführen. Es muss endlich Schluss sein mit der Zockerei mit den sogenannten &quot;Finanzprodukten&quot;, die niemand mehr versteht, häufig nicht einmal mehr diejenigen, die sie kreiert haben. Das Casino muss geschlossen werden! Die öffentliche Kontrolle der Banken ist vor allem wichtig, da sie mit ihrem brutalen Lobbyismus die Politik beherrschen. Das eigentliche Kanzleramt sitzt in Frankfurt, Merkel ist nur noch die Sekretärin der Herren in den Türmen. Ohne deren Ausschaltung wird das Primat der Politik nicht wieder hergestellt werden können.
5. Die gesamte europäische Staatsverschuldung liegt bei annähernd zehn Billionen Euro. Die Vermögen der Millionäre und Milliardäre liegen in ähnlicher Größenordnung. Sie sind letztlich die Profiteure, die mittels der Banken sich an den Staatshaushalten bereichern. Wir brauchen eine europaweite massive Besteuerung von Reichen und Vermögenden. Mit einer einmaligen Vermögensabgabe von 50 Prozent ließen sich die Staatsschulden in etwa halbieren.
Nur mit dieser grundlegenden Umsteuerung kann die Demokratie gerettet und das Primat der Politik gegenüber dem Terror der Finanzmärkte durchgesetzt werden. Nur so ist es möglich rechtspopulistischen Tendenzen Einhalt zu gebieten und den Frieden in Europa zu sichern. Dafür steht DIE LINKE!
<i>Ausführliches zu diesem Thema unter www.michael-schlecht-mdb.de</i>
<i>Michael Schlecht, MdB ist Chefvolkswirt der Linksfraktion im Bundestag und Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 19:45:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Urteil gegen Lohndumping - Zur Nachahmung empfohlen!</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/urteil-gegen-lohndumping-zur-nachahmung-empfohlen/</link>
			<description>Interview</description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Zum ersten Mal hat das Arbeitsgericht Dortmund, auch nach Ablauf der Dreijahres-Verjährungsfrist, eine Nachzahlung von rund 13.000 Euro für, mit den für nichtig erklärten Dumpingtarifen der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP), vorenthaltenen Lohn anerkannt. b&amp;g sprach mit Stefan Gundlach und seiner Rechtsanwältin Heike Schneppendahl:</i>
<b>b&amp;g: Stefan, wann hast Du zu den Bedingungen des CGZP-Tarifvertrages gearbeitet und was hast du damals verdient?</b>
<i>SG:</i> Von Juli 2006 bis Januar 2008 habe ich erst 6,30 Euro und nach einem halben Jahr 6,80 Euro verdient. Das war dann die Höchststeigerung.
<b>b&amp;g: Hat es damals schon Widerstand im Betrieb gegeben?</b>
<i>SG:</i> Ich hatte einmal angemahnt, dass es ja ein Gerichtsurteil gebe, in dem die Tarifverträge für nichtig erklärt worden sind. Da hatte mir der Arbeitgeber gesagt: &quot;Das ist vollkommen uninteressant, wir haben Berufung eingelegt.&quot; Damit war die Sache erledigt.
<b>b&amp;g: Wie kommt es, dass heute solche Klagen möglich sind?</b>
<i>HS:</i> Die CGZP wurde im Dezember 2010 vom Bundesarbeitsgericht für tarifunfähig erklärt. Also sind ihre Tarifverträge unwirksam. Deshalb gilt für die Zeit, wo kein gültiger Tarifvertrag vorlag, Equal-Pay als Grundsatz direkt: Die LeiharbeitnehmerInnen haben Anspruch auf gleiche Bezahlung wie vergleichbare Beschäftigte in den Entleihbetrieben. Durchgekämpft haben das ver.di und die LINKE-Sozialsenatorin Carola Bluhm aus Berlin.
<b>b&amp;g: Als Stefans Anwältin hast Du jetzt erstmals durchgesetzt, dass solche Ansprüche auch nach mehr als drei Jahren anerkannt werden. Was ist daran so wichtig, und welche Argumente waren dafür ausschlaggebend?</b>
<i>HS:</i> Bislang sind auch Gehaltsansprüche nach drei Jahren verjährt. Die Gerichte gehen davon aus, dass jeder in drei Jahren seine Ansprüche einklagen kann. Das hat Stefan aber nicht gemacht, sondern erst nach dem rechtskräftigen Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG). Die schriftliche Begründung des Dortmunder Urteils liegt noch nicht vor. Ich gehe aber davon aus, dass das Gericht unsere Argumentation aufgenommen hat, dass LeiharbeitnehmerInnen in ihrer prekären Arbeitssituation das nicht immer können, weil sie damit auch riskieren, ihren Job zu verlieren. Deshalb muss es auch über einen längeren Zeitraum möglich sein, die Ansprüche einzuklagen.
<b>b&amp;g: Wie können denn andere Betroffene, so wie Stefan, den durch ungültige Tarifverträge vorenthaltenen Lohn rückwirkend einklagen und was müssen sie dabei beachten?</b>
<i>HS:</i> Man braucht die Gehaltsabrechnungen aus den Zeiten, wo man unter diesen Bedingungen gearbeitet hat, und man muss sich erkundigen, welches Gehalt vergleichbare ArbeitnehmerInnen in den jeweiligen Betrieben erhalten haben. Die Differenz zwischen dem, kann dann eingeklagt werden. Beratung und Rechtsschutz für Gewerkschaftsmitglieder gibt es vor Ort beim DGB.
<b>b&amp;g: Was bedeutet dieses Urteil für den Kampf gegen Niedriglöhne und für die Durchsetzung der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit? Kann man diesen Schwung insgesamt ausnutzen?</b>
<i>SG:</i> Es müssen viele klagen, denn nur so kann man diese von den Behörden geförderte Sklavenarbeit abschaffen. Die Job-Center zwingen die Menschen für Niedriglohn, zu arbeiten, nur damit sie aus der Statistik verschwinden. Auch für die Gewerkschaft sind die Betroffenen oft das fünfte Rad am Wagen. So kann das nicht mehr weiter gehen!
<i>HS:</i> Solche individuellen Erfolge über den Justizweg zu erstreiten, ist wichtig, kann aber eine politische Regelung nicht ersetzen. Den Druck erhöhen könnten die Sozialversicherungsträger, denen ja auch Beiträge vorenthalten wurden. Doch da steht, wie eine Anfrage der LINKEN im Bundestag ergeben hat, die Bundesregierung auf der Bremse. Politisch ist Equal-Pay, mit einem Aufschlag für LeiharbeitnehmerInnen, das nicht durch schlechte Tarifverträge unterlaufen werden kann, der richtige Weg.
<i>Gespräch mit Heike Schneppendahl und Stefan Gundlach, Mitglieder der AG Betrieb &amp; Gewerkschaft in NRW </i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 18:46:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gewerkschaften fordern: Deusche Post DHL muss weltweit die Rechte der ArbeiterInnen respektieren! </title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/gewerkschaften-fordern-deusche-post-dhl-muss-weltweit-die-rechte-der-arbeiterinnen-respektieren/</link>
			<description>Cornelia Berger</description>
			<content:encoded><![CDATA[Deutsche Post DHL wirbt auf Plakaten mit glücklichen Menschen aus der ganzen Welt in DHL Uniformen. Frank Appel, Chief Executive Officer (CEO), betont auf der dp-dhl.de Homepage: &quot;Unser Ziel ist es, Die Post für Deutschland zu bleiben und Der Logistikdienstleister für die Welt zu werden.&quot; Doch die Gewerkschaften warnen: um Nummer Eins zu werden, bleibt viel auf der Strecke. Darunter vor allem Gewerkschafts- und Menschenrechte.
Sobald der Konzern eine Lücke in der Gesetzgebung entdeckt, wird diese schamlos auf Kosten der MitarbeiterInnen ausgenutzt - in Deutschland genauso wie weltweit. Die internationalen Gewerkschaften verfolgen schon seit langem die Arbeitsrechtsverletzungen durch den Konzern. Gewerkschaften werden nicht anerkannt (Belgien), unterschriebene Vereinbarungen nicht eingehalten (Indien), Sicherheitsstandards nicht respektiert (USA) oder Betriebsratsmitglieder gekündigt (Norwegen).
Kürzlich wurde bekannt, dass Deutsche Post DHL in einigen Ländern der Welt, darunter Kolumbien und Südafrika, Lügendetektorentests durchführt. Auf Nachfrage bei der Hauptaktionärsversammlung im Mai erklärte Frank Appel: Dies sei Teil der Konzernpolitik. Lügendetektoren werden, laut Aussage des Managements, angewendet, wenn beispielsweise der Verdacht auf gewerbsmäßigen Diebstahl besteht, wenn gefährliche oder wertvolle Güter transportiert werden oder aber auch auf Kundenwunsch. Betont wurde, dass dies nur in Ländern passiere, in denen es keine ausreichenden demokratischen oder rechtsstaatlichen Strukturen gibt.
&quot;Hier spielt ein privates Unternehmen Polizei. Deutsche Post DHL entscheidet, welches Land undemokratisch ist und übernimmt ungefragt Aufgaben der staatlichen Sicherheitskräfte. Dies können wir als Gewerkschaften nicht zulassen. Hier werden nicht nur Gewerkschaftsrechte, sondern auch Menschenrechte eingeschränkt. Dies ist beschämend für ein deutsches Unternehmen, das sich als sozial und gut präsentiert. Daher werden wir alles tun, um diese Konzernmethoden zu verhindern und Deutsche Post DHL an den Pranger der Öffentlichekeit stellen.&quot;, sagt UNI Europa.
UNI Global Union und die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) fordern von DHL eine faire und respektvolle Behandlung der Beschäftigten sowie ein globales Rahmenabkommen für Mindeststandards.
Die Kampagnen können verfolgt werden unter www.dhl-kampagne.de oder www.respect4workers.org.
<i>Cornelia Berger ist Gewerkschaftssekretärin im Bereich Post &amp; Logistics von UNI Europa, dem Dachverband europäischer Dienstleistungs-Gewerkschaften. Mehr: www.uni-europa.org</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 17:50:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Die Schlachten zu Hause gewinnen …&quot;</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/die-schlachten-zu-hause-gewinnen/</link>
			<description>Gerald Kemski</description>
			<content:encoded><![CDATA[Unter dieser Überschrift berichtete das Neue Deutschland über die 3. Gewerkschaftspolitische Konferenz der LINKEN, die am 17. und 18. Juni 2011 in Leipzig stattfand.
Die Beiträge der linken GewerkschafterInnen Costas Ysichos aus Griechenland und Núria Lozano Montoya aus Spanien machten deutlich, worin die eigentliche Solidarität der Linken und der Gewerkschaften in der Bundesrepublik bestehen sollte: Erfolgreiche soziale und politische Auseinandersetzungen hierzulande.
&quot;Wir schulden nichts – wir verkaufen nichts – wir zahlen nichts&quot;, so die von Costas Ysichos eindrucksvoll vorgetragene Losung der Linken und der Gewerkschaften aus Griechenland.
Doch die Probleme Griechenlands und anderer europäischer Ländern, die Handelsungleichgewichte und damit die Krise des Euro sind nicht vom Himmel gefallen.
Das machte vor allem der Beitrag von Michael Schlecht deutlich. Die Ursache liegt vor allem in der aggressiven Exportpolitik der deutschen Bundesregierung, im Interesse der deutschen Konzerne.
Aggressive Exportpolitik nach außen ist auch aggressiv nach innen. Sie bedeutet Lohndumping, prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Niedriglöhne. Das Senken der Lohnstückkosten hierzulande ermöglicht erst den Exportüberschuss der BRD, so Michael Schlecht.
Insofern seien wirklich erfolgreiche Lohnauseinandersetzungen und die Durchsetzung eines flächendeckenden Mindestlohns in der Bundesrepublik ein wichtiger Beitrag, nicht nur der Solidarität, sondern auch ein Beitrag gegen die Euro-Krise.
Bei den Schilderungen aus Griechenland wurde deutlich, dass hier unter Federführung von Angela Merkel, Josef Ackermann, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationale Währungsfonds (IWF) nicht nur Sozialsysteme zerstört werden, sondern die Demokratie schlechthin abgeschafft wird.
Mit anderen Worten: In Griechenland wurde einstmals die Demokratie erfunden. Dort wird sie mit Maßnahmen von außen auch wieder abgeschafft. Das nationale Parlament hat als Einflußgröße aufgehört zu existieren.
Diesen Demokratieabbau wollen der EU-Ministerrat unter Führung von Angela Merkel, EU-Kommission, EZB und IWF auch europaweit implantieren. Damit setzte sich vor allem Sabine Wils, Europaabgeordnete der LINKEN, auf der Konferenz auseinander. &quot;Wenn der EZB-Chef eine europäische Finanzregierung will, die in den Defizitländern durchregieren kann, müssen die Gewerkschaften europaweit gemeinsam dagegen aufstehen, weil es den Lohndruck überall verschärft, &quot; so Sabine Wils. EU-kritisch ist nicht antieuropäisch.
Kurz nach der Leipziger Konferenz gab es eine gute Möglichkeit hiermit anzufangen. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hatte zur Demonstration gegen die &quot;European Governance&quot;-Politik am 21. Juni 2011 in Luxemburg aufgerufen.
Es kamen 20.000 Menschen zusammen, davon 200 aus der Bundesrepublik Deutschland. Ein deutliches Zeichen, wie viel Mobilisierungsbedarf es in unserem Land noch gibt.
Warum ist es aber gerade bei uns &quot;so ruhig&quot;? Damit setzte sich eins von drei Foren auf der Konferenz in Leipzig auseinander. Wolfgang Menz vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. München (ISF München) stellte eine Studie vor, die belegt, dass es in den Betrieben durchaus so etwas wie aufgestaute Wut und Unzufriedenheit gibt. Gerade aber in Verbindung mit der Wirtschaftskrise blieben oftmals die Fragen nach Zusammenhängen unbeantwortet. Damit fehlt aber auch ein Adressat für das Ablassen der Wut und Unzufriedenheit.
Als eine Erkenntnis leitet sich daraus ab, dass auch in gewerkschaftlichen Zusammenhängen wieder politische Inhalte und Zusammenhänge vermittelt werden müssen und nicht nur Kurse zu Rechtsfragen angeboten werden sollten. Nur so würden die Gewerkschaften das eingeforderte politische Mandat auch wahrnehmen können.
Das die Kämpfe auch in der Bundesrepublik nicht ganz verschwunden sind, machten Susi Neumann, die über die Erfahrungen des Streiks im Reinigungsgewerbe berichtete oder Kersten Artus, die zur Solidarität mit dem zum Zeitpunkt der Konferenz stattfindenden Streik der Drucker und Druckerinnen bei der Leipziger Volkszeitung aufrief.
Den Abschluss der Konferenz bildete ein Beitrag der Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch, der noch einmal die Positionen der LINKEN in den aktuellen Auseinandersetzungen umriss.
Schade, dass solche inhaltlich wertvollen, qualitativ guten Veranstaltungen sowohl in der LINKEN als auch in gewerkschaftlichen Zusammenhängen viel zu selten stattfinden.
Auf unserer website www.betriebundgewerkschaft.de stehen verschiedene Beiträge der Leipziger Konferenz bereit.
<i>Gerald Kemski ist Mitglied im BundessprecherInnenrat der AG Betrieb &amp; Gewerkschaft der LINKEN</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 16:52:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Streiks der Krankenschwestern, Röntgenassistenten </title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/streiks-der-krankenschwestern-roentgenassistenten/</link>
			<description>Jörg Uksa</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b><i>Anmerkungen zu den Tarifauseinandersetzungen am Klinikum Chemnitz</i></b>
Im Juli dieses Jahres kam es zum Abschluss des Haustarifvertrages zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberseite des im 100%igen Besitz der Stadt Chemnitz befindlichen Klinikums für die nichtärztlichen Beschäftigten der Muttergesellschaft. Der Abschluss gilt nicht für die Tochterunternehmen, die weiterhin ohne Tarifvertrag dastehen, wie z.B. die Laborassistenten, die Physiotherapeuten, …
Die konkreten Ergebnisse unserer Tarifauseinandersetzungen können auf der Homepage der ver.di-Betriebsgruppe www.nichtalein.de eingesehen werden. Der Tarifabschluss ist ein Kompromiss nach harten, für die Öffentlichkeit zwar nicht so sichtbaren, Auseinandersetzungen, die in der Endphase in erstmals durchgeführten Streiks der Krankenschwestern, Röntgenassistenten u.a. mündeten.
Ursache der Konflikte war der 2005 von allen im Aufsichtsrat vertretenen Parteien (CDU, SPD, DIE LINKE, FDP) gefasste Beschluss, aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband auszutreten. Das hatte den Effekt, dass der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, bis auf marginale Ausnahmen, nur noch ohne reale Lohnentwicklung nach dem TVöD galt. Neu Eingestellte wurden nach einer sogenannten Haustabelle, die vom Betriebsrat überhaupt erst eingefordert werden musste, bezahlt.
Das allgemeine Niveau dieser Tabelle, insbesondere der Berufsanfänger/innen war so niedrig, dass es unweigerlich zum Konflikt kommen musste. Hinzu kommt, dass viele Einstellungen nicht mit 100 Prozent, sondern nur mit 75 Prozent Arbeitszeit ausgeschrieben werden. Resultate dieser Entwicklung, die im übrigen Zeichen einer bundesweiten Entwicklung sind und nicht nur für Chemnitz, sondern auch für Leipzig, Berlin, Kiel und viele andere Standorte gelten, sind Reallohnverluste bis über 10 Prozent, tendenzieller Trend zur Teilzeit- und Niedriglohnbeschäftigung, Arbeitszeitverdichtung, frustrierende und krankmachende innerbetriebliche Verhältnisse (Burnout, Mobbing, innere Kündigung), Arbeitsstellenwechsel (Weggang ins Ausland bzw. in normal bezahlende Krankenhäuser in den alten Bundesländern).
Diese Entwicklung gefährdete letztlich die Versorgung der Bevölkerung von Chemnitz und Umgebung mit hochentwickelten medizinischen Leistungen, da ein großer Teil dieser notwendigen Aufgaben (Notfall- und Intensivmedizin, Krebstherapien, Operationen) Seite an Seite mit den ärztlichen Kollegen von den nichtärztlichen Beschäftigten geleistet wird.
Der Haustarifvertrag ist Ergebnis der Streiks der Beschäftigten am Klinikum, die nicht mehr die gleichen sind wie vor dem Streik. Für die meisten war es ihre erste Erfahrung mit dem grundgesetzlich verbrieften Recht von abhängig Beschäftigten.
Bescheiden höhere Löhne dürfen jetzt nicht dazu führen, dass auf anderem Wege versucht wird, den Druck auf die Beschäftigten zu erhöhen und Sparmaßnahmen durchzuführen.
In diesem Zusammenhang sind natürlich erst recht die demokratisch gewählten Stadträte und ihre Aufsichtsratsmitglieder gefragt. Die ver.di-Betriebsgruppe ist bestimmt an einem intensiven und konstruktiven Dialog interessiert.
<i>Jörg Uksa ist Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivmedizin, Mitglied der Tarifkommission und Streikleitung am Klinikum.</i>
Jörg Uksa war im Forum 2 der Gewerkschaftspolitischen Konferenz zum Thema: Macht das Gesundheitssystem krank oder können doch noch Köpfe die Kopfpauschale stoppen? Der Marsch in die Kopfpauschale und eine weitere Verschlechterung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sind erklärtes Ziel der Bundesregierung. Gibt es Alternativen, die erfolgreich in die Auseinandersetzung eingebracht werden können? neben Katrin Lompscher (Gesundheitssenatorin Berlin, DIE LINKE) und Harald Weinberg, MdB (Gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag) ein kompetenter Gesprächspartner für die KonferenzteilnehmerInnen.]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 15:54:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gute Arbeit statt Minijobs - Sozialversicherungspflicht ab der ersten Stunde </title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/gute-arbeit-statt-minijobs-sozialversicherungspflicht-ab-der-ersten-stunde/</link>
			<description>Beschluss</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Parteivorstand der Partei DIE LINKE fordert, dass prekäre Beschäftigung abgebaut und Existenz sichernde Arbeit aufgebaut wird. Minijobs dürfen nicht mehr gefördert werden. Notwendig ist außerdem die volle Sozialversicherungspflicht für jede geleistete Arbeitsstunde. Begleitet werden muss dies durch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro. Arbeitsverhältnisse sollen – gerade auch im Hinblick auf die Mindestarbeitszeit – so gestaltet werden, dass sie dem Ziel einer eigenständigen Lebensführung entsprechen.
Um für genügend Arbeitsplätze zu sorgen müssen gleichzeitig mit dem linken, sozial-ökologischen Zukunftsprogramm zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. In den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheit und Pflege sowie beim ökologischen Umbau gibt es viel zu tun. Durch ein Programm von 125 Milliarden Euro jährlich muss dies von staatlicher Seite abgesichert werden. Darüber hinaus muss die wöchentliche Arbeitszeit auf 35 Stunden, perspektivisch auf 30 Stunden bei vollem Lohn- und Stellenausgleich verkürzt werden.
DIE LINKE ist gefordert, in den nächsten Monaten Aktivitäten zu entfalten. Wenn mehr Gute Arbeit geschaffen und Millionen Menschen aus dem Niedriglohnsektor befreit werden sollen, sind neben Leiharbeit und befristeter Beschäftigung die Minijobs das zentrale Hindernis.
<i>Beschluss des Parteivorstandes der LINKEN vom 2. und 3. Juli 2011</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 14:57:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Europaweiter Atomausstieg im Schatten von EURATOM?</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/europaweiter-atomausstieg-im-schatten-von-euratom/</link>
			<description>Sabine Wils</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Europäische Atomindustrie hält die EU fest im Griff. Deutschland zahlt trotz des angeblichen Atomausstiegs alleine dieses Jahr über 117 Mio. Euro an die Europäische Atomgemeinschaft, so die Angaben des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags auf eine Anfrage der Linksfraktion. Die EU gibt allein im Zeitraum 2007 bis 2013 über 5,2 Mrd. Euro für Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen im Nuklearbereich aus und hat zusätzlich seit 1995 im Rahmen der Kreditvergabe zum Neubau und zur Modernisierung von Atomkraftwerken 4 Mrd. Euro, u.a. in Rumänien, Bulgarien und der Ukraine bereitgestellt. Auf diese Weise subventioniert die EU die Atomkonzerne. Auch die atomkraftfreien EU-Staaten zahlen über den EU-Haushalt für die Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Gleichzeitig unterliegt EURATOM keiner demokratischen Kontrolle durch das Europäische Parlament. Damit ist die EU-Förderung der Atomenergie dem Einfluss der Bürgerinnen und Bürger entzogen.
<b>Wie realistisch ist ein europaweites Ausstiegsszenario?</b>
Der deutsche Atomausstieg, wie wenig glaubhaft er auch ist, steht nicht alleine. Gerade erst wurde in Italien in einem Volksentscheid der Neubau von AKWs abgelehnt. Belgien hat 1999 die schrittweise Abschaltung aller 7 Atomreaktoren bis 2025 beschlossen und den Neubau von AKWs verboten. Die Schweiz, die nicht Mitglied der EU ist, will als europäisches Land ebenfalls bis 2025 aussteigen. Inwiefern Neubaupläne von AKWs innerhalb der EU realisiert werden, steht in den Sternen und hängt sowohl vom Widerstand der Bevölkerung als auch von der Erfüllbarkeit der jeweiligen Planungen ab. Nach den Angaben der Internationalen Atomenergieagentur sind in Europa vier Reaktoren im Bau bzw. in der Planung. Die einzigen beiden, europaweit im Bau befindlichen Reaktoren in Finnland und in Frankreich produzieren bisher nichts außer steigende Kosten und haben laufend verlängerte Bauzeiten. Ob die in Planung befindlichen Reaktoren jemals über das Planungsstadium hinauskommen, hängt vor allem von der öffentlichen Hand ab, da die Banken oftmals das finanzielle Risiko bei Neubauprojekten scheuen. Bulgarien hat für seine beiden in Planung befindlichen Reaktoren des AKW Belene keine Finanziers, mit Ausnahme von Russland, gefunden. Doch die neue Regierung hat die Zusammenarbeit mit Russland gestoppt. Die slowakischen Neubaupläne sind bisher bloße Ankündigungen. Großbritannien hat für den Neubau von AKWs trotz einer groß angekündigten Atomoffensive ein finanzielles Engagement der öffentlichen Hand ausgeschlossen, ebenso wie Schweden, das den Ersatz alter durch neue Reaktoren anstrebt.
<b>Den EURATOM-Vertrag auflösen für ein atomfreies Europa!</b>
Energiekonzerne verhindern eine nachhaltige sozial-ökologischen Entwicklung der Energieversorgung. Ihre Macht und ihre Profite beruhen auf den zentralen Strukturen der fossilen und der atomaren Energieversorgung. Die strahlenden Folgen des Atommülls bleiben ein ungelöstes Problem und gefährden auch noch zukünftige Generationen. Nur durch eine dezentrale Bereitstellung erneuerbarer Energien wird die Marktmacht der großen Energiekonzerne gebrochen!
Die LINKE fordert in Deutschland ein Verbot der Nutzung von Atomenergie und Atomwaffen im Grundgesetz zu verankern sowie einen schnellen Atomausstieg bis zum Ende des Jahres 2014. Radioaktive Strahlung macht an Grenzen nicht halt. Deshalb muss auch der EURATOM-Vertrag aufgelöst werden!
<i>Sabine Wils, MdEP, ist Bundessprecherin der AG Betrieb &amp; Gewerkschaft.</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 13:58:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schauen wir genau hin …</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/schauen-wir-genau-hin/</link>
			<description>Gerald Kemski und Ursula Weisser-Roelle</description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Entwurf zum Parteiprogramm liegt nun als Leitantrag für den Parteitag der LINKEN, der vom 21. bis 23. Oktober 2011 in Erfurt stattfinden wird, vor.
Es lohnt sich genau hinzusehen.
Im Kapitel &quot;Gute Arbeit&quot; sind aus unserer Sicht einige Konkretisierungen und Ergänzungen erforderlich.
So heißt es dort beispielsweise: &quot;Deshalb fordern wir einen gesetzlichen Mindestlohn in existenzsichernder Höhe.&quot; Gut, aber wir haben in den vergangenen Monaten auch in unserer Partei erlebt, dass man darunter etwas ganz Verschiedenes verstehen kann.
Aus diesem Grund bietet sich eine materielle Konkretisierung gerade zu an. Nicht in Form eines Euro-Betrages. Das würde für ein Parteiprogramm keinen Sinn machen. Es soll ja mehr als eine Wahlperiode überdauern. Außerdem sollten wir beachten, dass wir in europäischen Zusammenhängen arbeiten.
Insofern schlagen wir vor, dass an die Formulierung zum Mindestlohn angefügt wird:
&quot;Dieser Mindestlohn soll mindestens 60 Prozent des nationalen Durchschnittslohns betragen.&quot;
Der Grund ist einfach. Diese Beschlusslage gibt es bereits. Dies sowohl im Europawahlprogramm der LINKEN von 2009, im Wahlprogramm der EL von 2009 und auch in der Resolution des 3. EL-Kongresses vom Dezember 2010. Nebenbei ist dies sogar die Zielvorgabe des Europaparlaments. Darunter sollten wir nun wirklich nicht gehen.
Im gleichen Kapitel wird im Leitantrag richtigerweise für die Durchsetzung des politischen Streiks votiert. Für uns ist es in diesem Zusammenhang notwendig, ein massives Hindernis in Sachen Streik, dass seinerzeit mit der Änderung des §116 Arbeitsförderungsgesetz (AFG) verbunden war, zu benennen und auch die Durchsetzungsmöglichkeiten der Gewerkschaften zu stärken.
Wir schlagen daher an dieser Stelle vor die Aufnahme folgender Formulierungen:
&quot;Der Antistreikparagraph muss abgeschafft und das Verbandsklagerecht für Gewerkschaften eingeführt werden.&quot; Übrigens ist dies bereits in unserem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2009 zu finden.
Herausgegriffen sind dies zwei Punkte, mit denen wir uns konstruktiv um eine Verbesserung des des Programmentwurfs der LINKEN einbringen wollen.
<i>Ursula Weisser-Roelle und Gerald Kemski sind BundessprecherInnen der AG Betrieb &amp; Gewerkschaft.</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 12:59:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die komplette Zeitung</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/die-komplette-zeitung-10/</link>
			<description>zum Download</description>
			<content:encoded><![CDATA[<media 11651 _blank download>PDF-Datei (659 kB)</media>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 11:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das ist das Mindeste</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/das-ist-das-mindeste/</link>
			<description>Michael Sommer</description>
			<content:encoded><![CDATA[Niemand hat sich zu Jahresbeginn vorstellen können, was uns in den ersten Monaten des Jahres 2011 erwarten würde. Hoffnungsvoll blickten wir dann auf den arabischen Frühling in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, bis uns eine Dreifach-Katastophe im fernen Japan den Boden unter den Füßen wegzog.
Die tragischen Ereignisse in Japan und das Leid der Menschen im Katastrophengebiet haben uns aufgewühlt. Und sie senden eine klare Botschaft: Nach Fukushima wird niemand mehr behaupten können, die Atomenergie sei für moderne Industriestaaten beherrschbar und das so genannte Restrisiko zu vernachlässigen. Japan ist ein High-Tech-Land und trotzdem konnte es den Super-Gau nicht verhindern. Fukushima mahnt uns, aus einer Technologie auszusteigen, die nicht beherrschbar ist. Wir brauchen jetzt eine mutige und vorausschauende Energiepolitik, um das Zeitalter der Erneuerbaren Energien so schnell wie möglich zu erreichen.
Aber nicht nur in der Energiepolitik bedarf es großer Anstrengungen. Deutschland ist in Schieflage geraten, die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. In der Wirtschafts- und Finanzkrise war auf die Betriebs- und Personalräte, auf die Arbeitnehmerschaft und die Gewerkschaften Verlass – sie haben ihren Beitrag zur Krisenbewältigung geleistet. Aber ausgezahlt hat sich das für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht - Niedriglöhne, befristete Jobs und unsichere Arbeit breiten sich weiter aus. Auch die dringend notwendige Regulierung der Finanzmärkte bleibt weit zurück hinter den vollmundigen Versprechungen der Krisenzeit und dem, was jetzt nötig wäre. Denn nur eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte kann die Menschen und die Unternehmen vor dem nächsten Crash schützen.
Wir begrüßen die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa, sie ist ein Grundpfeiler des europäischen Gedankens. Wichtig ist aber, dass sie sozial und gerecht gestaltet wird. In die falsche Richtung geht der Euro-Plus-Pakt. Eingriffe in die Tarifautonomie, Schuldenbremse, Ausweitung des Niedriglohnsektors, Erhöhung des Renteneintrittsalters –  all das steht für ein Europa, das wir so nicht wollen.
Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die Arbeitgeber liegen auf dem Tisch.
Wir lassen bei der Leiharbeit nicht locker – unser Ziel ist und bleibt die Durchsetzung des Prinzips „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Bei den Branchenmindestlöhnen haben wir wichtige Fortschritte erzielt. Aber als unterste Lohngrenze fordern wir zusätzlich den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde.
Gute Arbeit muss sich lohnen – wer hart arbeitet, muss davon auch leben können und der Lohn muss reichen, um die eigene Familie zu ernähren und Altersarmut vorzubeugen.
Auch bei den Sozialversicherungen muss gehandelt werden. Bei der Rente mit 67 kann es nicht bleiben. Wer nicht mehr arbeiten kann, muss menschenwürdig aussteigen können und deshalb brauchen wir flexible Übergänge in den Ruhestand, die Altersarmut verhindern.
Im Gesundheitssystem sowie in der Pflege ist es längst Zeit für die Einführung einer Bürgerversicherung. Unser Gesundheits- und Pflegesystem muss solidarisch – und das heißt paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern – finanziert werden. Es kann nicht sein, dass zusätzliche Belastungen allein bei den Versicherten abgeladen und die Arbeitgeber aus der gemeinsamen Verantwortung entlassen werden.
Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, der Tag für die arbeitenden Menschen. Er ist unser Fest der Solidarität. Und Nazis, egal ob alte oder neue, haben auf diesem Fest nichts zu suchen.
Am 1. Mai demonstrieren wir in Deutschland und Europa für eine gerechte soziale Ordnung: Dazu gehören gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und soziale Sicherheit für alle! Das ist das Mindeste!
<i>Michael Sommer ist Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes.</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 23:33:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zur Sache: Zum Erste Mai …</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/zur-sache-zum-erste-mai/</link>
			<description>Sahra Wagenknecht</description>
			<content:encoded><![CDATA[Zum Erste Mai ist wichtig, daran zu erinnern, dass in Deutschland diejenigen, die tagein, tagaus die Güter und Dienstleistungen herstellen, selbst immer weniger davon abbekommen. Der Anteil der Löhne am Bruttoinlandprodukt nimmt im Trend seit Jahrzehnten ab und der Anteil der Gewinne entsprechend zu. Die Reallöhne sind zwischen 2000 und 2009 nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) um 4,5 Prozent gesunken. Deutschland ist damit im negativen Sinn Spitzenreiter. Verantwortlich ist dafür die Agenda 2010 Politik gewesen. Sie hat nicht nur entwürdigende Lebensbedingungen für die Hartz-IV-Empfänger geschaffen, sondern auch die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust bei den Arbeitnehmern unverantwortlich gesteigert, denn nach der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe durch Rot-Grün drohte bei einem Jobverlust bereits nach einem Jahr der Absturz auf das Existenzminimum. Zusammen mit der anhaltend hohen Massenarbeitslosigkeit war das Gift für stärker steigende Löhne. Die Folgen sind bis heute fatal. In keinem anderen Land Europas ist der Niedriglohnsektor so ausgeprägt wie in Deutschland. Hunderttausende bekommen von ihren Arbeitgebern noch nicht einmal einen existenzsichernden Lohn ausgezahlt und müssen zusätzlich noch beim Jobcenter aufstocken. Das ist für die Betroffenen entwürdigend und gleichzeitig eine skandalöse Lohnsubvention.
Ebenso wurden in den letzten Jahren die Steuern für große Konzerne und der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer gesenkt. Insgesamt wirkte die Politik wie ein gigantisches Umverteilungsprogramm von unten nach oben. Ein Detail dieses Wahnsinns: Während Hartz-IV Empfänger mit 5 Euro zusätzlich abgespeist werden, steckte sich Volkswagen-Chef Martin Winterkorn allein im letzten Jahr unglaubliche 9,3 Millionen Euro in die Tasche. Das ist in etwa das 200fache eines VW-Facharbeiters und steht damit in keinerlei Verhältnis zur Arbeitsleistung.
Es verwundert nicht, dass unter solchen Bedingungen die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen dramatisch zugenommen hat. Bereits 2007 besaßen zehn Prozent zwei Drittel des Gesamtvermögens. Und diese Entwicklung geht ungebremst weiter. Die Geldvermögen der privaten Haushalte wuchsen zwischen 2000 und 2009 doppelt so schnell wie die Wirtschaftsleistung. Diese Entwicklung ist im Grunde leistungsfeindlich. Während die Einkommen der Rentiers ständig zunimmt, wird den Arbeitnehmer, von dem was sie herstellen, immer weniger übrig gelassen.
Deshalb sind die Forderungen der LINKEN für einen echten Politikwechsel hin zu einer gerechten, solidarischen und zukunftsfähigen Gesellschaft so aktuell wie nie!
<i>Sahra Wagenknecht, MdB, ist Wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die LINKE und stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 22:34:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Krise, Exportüberschüsse, Kürzungsprogramme in der Bundesrepublik und in Europa – und unsere Alternative?</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/krise-exportueberschuesse-kuerzungsprogramme-in-der-bundesrepublik-und-in-europa-und-unsere-al/</link>
			<description>Gewerkschaftspolitische Konferenz</description>
			<content:encoded><![CDATA[Im März haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder den &quot;Pakt für den Euro&quot; geschmiedet. Unter Federführung von Angela Merkel und der Assistenz von Monsieur Sarkozy soll eine &quot;produktivitätsorientierte Lohnpolitik und eine weitere Verbetrieblichung der Lohnfindung durchgesetzt werden.
Das stellt nicht nur bei uns die Reste der Tarifautonomie und des Flächentarifvertrages in Frage. In Ländern wie Belgien oder Luxemburg sollen Gesetze geschliffen werden, die den Beschäftigten zumindest einen automatischen Lohnausgleich entsprechend der Inflationsraten sichern.
Bereits im vergangenen Jahr, ebenfalls unter deutscher Federführung, wurde der griechischen Bevölkerung ein drastisches Sozialkürzungsprogramm durch die EU aufgezwungen. Wenig später folgte Irland.
Doch wie sehen mögliche Antworten aus, bei uns und in anderen Ländern Europas? Das ist Thema der Gewerkschaftspolitischen Konferenz am 16./17. Juni 2011 in Leipzig.
Als Referentinnen und Referenten haben u.a. zugesagt: Frank Bsirske, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft ver.di und Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE.
Bereits am Freitag wird der Blick über die Bundesrepublik hinaus gehen. Zwei Europaabgeordnete haben zugesagt: Willy Meyer von der Vereinigten Linken Spaniens sowie Sabine Wils von der LINKEN. Die griechischen Erfahrungen wird Costas Ysichos, Mitglied des Politbüros von Synaspismos, einbringen.
Sollen Erfolge bei der Zurückweisung dieser europaweiten Kürzungsorgie erreicht werden, kommt es entscheidend darauf an, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland Gegenwehr spürbar wird. Warum bleibt es aber in den deutschen Betrieben ruhiger als anderswo? Fehlen die Alternativen oder erzeugt Hartz IV soviel Angst? Dieser Frage werden wir in einem Forum mit Wissenschaftlern und betrieblichen Praktikerinnen nachgehen.
Hilft hier nur noch der der politische Streik und wenn, ja, wie kann er bei uns Wirklichkeit werden? Dies ist Thema steht in einem weiteren Forum.
Letztlich sind es auch immer konkrete soziale Fragen, die Bewegung schaffen können. So in der Gesundheitspolitik. Hierzulande stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob und wie in diesem Zusammenhang ein weiterer Gang in die Zweiklassenmedizin mit der &quot;Kopfpauschale&quot; gestoppt werden kann. Auch hierzu wird ein Forum stattfinden.
Der Diskussionsbedarf in allen diesen Fragen ist groß. Die Konferenz in Leipzig bietet eine gute Möglichkeit diese Diskussion zu führen.]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 21:36:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>1. Mai 2011 – gemeinsam für den Mindestlohn!</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/1-mai-2011-gemeinsam-fuer-den-mindestlohn/</link>
			<description>Gesine Lötzsch</description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>&quot;Der Arbeiter soll seine Pflicht tun, der Arbeitgeber soll mehr tun als seine Pflicht.&quot; - Marie von Ebner-Eschenbach</i>
In diesem Jahr wird zum 122. Mal der 1. Mai als Protest- und Gedenktag der internationalen Arbeiterbewegung begangen. Gleichzeitig tritt an diesem Tag die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft. Der deutsche Arbeitsmarkt steht damit auch Beschäftigten aus Mittel- und Osteuropa ohne Einschränkungen offen. Das ist ein guter Schritt auf dem Weg zu einem vereinten Europa. Es ist ein schlechter Schritt für die arbeitenden Menschen, wenn Arbeitgeber nicht daran gehindert werden, die Konkurrenz zwischen ihnen auszunutzen und die Löhne weiter zu drücken.
Das wirksamste Mittel gegen Lohndumping ist die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns. Und welches Datum wäre dafür besser geeignet als der 1. Mai? Deshalb hat die Fraktion DIE LINKE im Bundestag einen Antrag eingebracht, der unter dem Titel &quot;Gute Arbeit in Europa stärken – den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland am 1. Mai 2011 einführen&quot; steht und in dem ein Mindestlohn von 10 Euro gefordert wird.
Am 14. April stand das Thema Mindestlohn und damit auch unser Antrag auf der Tagesordnung des Bundestages. Für DIE LINKE sprach Klaus Ernst in der Debatte und erinnerte unter anderem daran, dass 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns befürworten. Er forderte die Bundesregierung auf, sich nicht auf Appelle an die Arbeitgeber zu beschränken, sondern endlich per Gesetz etwas gegen die sittenwidrige Zahlung von Hungerlöhnen zu unternehmen.
Am Ende der Diskussion haben CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne geschlossen gegen unseren Antrag gestimmt. Warum sie sich damit gegen die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung gestellt haben, müssen sie ihren Wählerinnen und Wählern erklären.
DIE LINKE wird sich auch weiterhin für einen existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn einsetzen. Und sie wird dabei nicht allein sein. Ich zitiere Lothar Bisky, Vorsitzender der Linksfraktion GUE/NGL im Europäischen Parlament: &quot;Die Verteidigung und der Ausbau der sozialen Errungenschaften Europas verlangt intensivere Bündnisse mit Gewerkschaften, Kirchen, mit Beschäftigten in prekären Arbeitssituationen, mit Erwerbslosen und anderen. Der gemeinsame Kampf um die Einführung von Mindestlöhnen schafft Voraussetzungen für die Stärkung des sozialen Profils in ganz Europa.&quot;
DIE LINKE wird weiter kämpfen. Parlamentarisch und außerparlamentarisch. Im Bundestag und auf der Straße. Unüberhörbar und unübersehbar. Zum Beispiel am 1. Mai 2011.
<i>Gesine Lötzsch ist Vorsitzende der Partei DIE LINKE</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 20:38:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Leiharbeit und Lohndumping – Missbrauch in der Arbeitnehmerüberlassung</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/leiharbeit-und-lohndumping-missbrauch-in-der-arbeitnehmerueberlassung/</link>
			<description>Ursula Weisser-Roelle</description>
			<content:encoded><![CDATA[&quot;Sozial ist, was Arbeit schafft&quot; mit diesem Slogan in der Tasche touren Merkel und Co. landauf und landab in Wahlkämpfen. Bundeswirtschaftsminister Brüderle erlebt derzeit &quot;ein kleines Jobwunder&quot; und sprach von einer &quot;Schnellstraße der Vollbeschäftigung&quot;. Doch wie sieht es nun aus, dieses sogenannte &quot;Jobwunder&quot;?
Fakt ist: Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion &quot;Entwicklung in der Leiharbeit&quot; gab es in Deutschland im Jahr 2010 durchschnittlich mehr als 700.000 LeiharbeitnehmerInnen. Dies bedeutet ein Anstieg von 33% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr als jede dritte gemeldete offene Arbeitsstelle ist eine Leiharbeitsstelle. Im Schnitt verdienen LeiharbeitnehmerInnen bis zu 48% weniger als ihre vollzeitbeschäftigten KollegenInnen und damit liegt ihr Lohn (teilweise deutlich) unterhalb der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle. Arbeitsplätze sind vor allem im Niedriglohnbereich entstanden. Reguläre Beschäftigungsverhältnisse wurden verdrängt, weil prekäre Formen wie Leiharbeit sich immer weiter ausbreiten. Doch damit nicht genug. Leiharbeit ist besonders krisenanfällig: Heuern und Feuern ist an der Tagesordnung. In einem aktuellen Bericht des DGB zum Entlassungsrisiko in der Leiharbeit heißt es, dass der Personalabbau in der Leiharbeit während der Finanz- und Wirtschaftskrise weit über die gesamtwirtschaftlichen Beschäf-tigungsverluste hinaus ging. Die meisten Beschäftigungsverhältnisse sind von kurzer Dauer, mehr als die Hälfte endet nach nur 3 Monaten. LeiharbeitnehmerInnen genießen keinen Kündigungsschutz und haben nur wenige Mitbestimmungsrechte.
DIE LINKE meint: Das ist nicht sozial und das ist erst recht kein &quot;Jobwunder&quot;! Die Daten zeigen einen erschreckenden Missbrauch von Leiharbeit, der vor allem durch die, von SPD und Grünen vorangetriebene, Deregulierung der Leiharbeitsbranche begünstigt wurde. Die Leiharbeitsunternehmen und deren Bosse freuen sich über Milliardengeschäfte, die auf dem Rü-cken der Beschäftigten ausgetragen werden. Damit wird der Art. 23 aus der Erklärung der Menschenrechte: &quot;Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.&quot; außer Kraft gesetzt.
DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass Leiharbeit begrenzt und sozial gerecht reguliert wird:
<ul>  <li>Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: LeiharbeiterInnen müssen ab dem ersten Einsatztag den gleichen Lohn erhalten, ohne dass ein Tarifvertrag schlechtere Bedingungen vorsehen darf. Hierdurch und durch eine zusätzliche Flexibilitätsvergütung wollen wir Leiharbeit zurückdrängen.</li> <li>Begrenzung der Überlassungshöchstdauer: Die Dauer, für die LeiharbeiterInnen an ein Unternehmen verliehen werden können, darf 6 Monate auf keinen Fall überschreiten.</li>  <li>Ausweitung der Mitbestimmung: Betriebsräte müssen mehr über den Einsatz von Leiharbeit mitbestimmen können.</li>  <li>Verbot von Leiharbeit in bestreikten Betrieben: LeiharbeiterInnen dürfen nicht als StreikbrecherInnen missbraucht werden.</li> <li>Die LeiharbeiterInnen müssen von ihrem Arbeitgeber auch für Zeiten, in denen sie nicht ausgeliehen werden, entlohnt werden.</li>  <li>LeiharbeiterInnen dürfen bei den Leiharbeitsfirmen nicht nur befristet beschäftigt werden.</li></ul>
<i>Ursula Weisser-Roelle, MdL, ist und arbeitsmarkt-, gewerkschafts-, verkehrs-, wirtschafts- und technologiepolitische Sprecherin der Linksfraktion im Niedersächsichen Landtag</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 19:39:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Pakt für soziale Kälte</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/pakt-fuer-soziale-kaelte/</link>
			<description>Sabine Wils</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>&quot;Pakt für den Euro&quot; greift Tarifautonomie an</b>
Am 11. März 2011 verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebietes auf einen &quot;Pakt für den Euro&quot;, der eher &quot;Pakt für ökonomische Unvernunft und soziale Kälte&quot; heißen sollte.
Begrüßenswert sind an diesem Pakt lediglich drei Dinge: Die Zinssätze für Darlehen an Griechenland sollen gesenkt und ihre Laufzeiten verlängert werden. In Ausnahmefällen können Staatsanleihen direkt durch die EU aufgekauft werden, und die Darlehenskapazität wird ab 2013 auf 500 Milliarden Euro aufgestockt.
Die Kernidee des &quot;Pakts für den Euro&quot; setzt auf Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in den Euro-Ländern. Dabei wird allerdings völlig negiert, dass Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft einzelne Staaten erst in die Krise geführt haben. Es waren die minimalen Lohnstückkosten der deutschen Konzerne, die die Industrie Griechenlands, Portugals sowie weiterer Staaten an die Wand gedrückt haben. Deutsche Lohnzurückhaltung und deutscher Sozialabbau sind dafür verantwortlich.
Die EU will keine gemeinsame Krisenstrategie, sondern setzt auf Sieg im Gegeneinander der kapitalistischen Konkurrenz.
Wo Gewinner sind, sind auch Verlierer. Die EU setzt darauf, zu den Siegern zu gehören. Das können nur einige EU-Staaten erreichen. Die schwächeren, die nicht über eine eigenständige Währung gegensteuern können, sind gegen die niedrigen deutschen Lohnstückkosten chancenlos.
Nach deutschem Vorbild soll nun die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft zu Lasten der europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesteigert werden. Die durch Finanz- und Wirtschaftskrise verursachte Verschuldung der öffentlichen Haushalte soll vorrangig durch Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme zurückgefahren werden, um die Gelder der Kreditgeber zu sichern.
<b>Worum geht es?</b>
Unter dem Deckmantel &quot;einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik&quot; sieht der &quot;Pakt für den Euro&quot; Eingriffe in die Tarifautonomie und in historisch gewachsene Lohnbildungsprozesse der Mitgliedstaaten vor. Die Lohnfindung soll möglichst auf die Betriebsebene verlagert und Lohnabschlüsse in der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Sektor sollen möglichst niedrig gehalten werden.
Um zu bewerten, ob die Löhne sich entsprechend der Produktivität entwickeln, sollen die Lohnstückkosten über einen Zeitraum hinweg beobachtet werden, indem sie mit der Entwicklung in anderen Euro-Ländern und in den wichtigsten vergleichbaren Handelspartner-Ländern verglichen werden.
In keinem Land Europas sind die Lohnstückkosten in den vergangenen Jahren so zurückgegangen wie in Deutschland. Dadurch wurde die aggressive Exportstrategie der deutschen Konzerne überhaupt erst möglich.
Der einer scheinbaren ökonomischen Logik folgende &quot;Pakt für den Euro&quot; bedeutet für die Arbeitnehmerschaft und die europäischen Gewerkschaften, dass Tarifautonomie nur im Rahmen der Produktivitätsentwicklung gilt, ein Inflationsausgleich fällt weg. Die Dezentralisierung der Lohnfindung wird die Funktion der Flächentarifverträge beeinträchtigen und zu einer Lohnpolitik nach betrieblicher Kassenlage führen, was die Lohnspreizung nicht nur zwischen den Branchen, sondern auch zwischen den Betrieben vergrößert.
Die empfohlenen Maßnahmen werden zweifellos zu Lasten der Arbeitnehmerschaft gehen und eine weitere Schwächung der Gewerkschaften zur Folge haben. Mit diesem Pakt wird nicht nur der Flächentarif bedroht, sondernd sogar in soziale Schutzrechte einzelner Länder eingegriffen. In Belgien und Luxemburg steht der Arbeitnehmerschaft per Gesetz eine Lohnerhöhung zu, die mindestens der Höhe der Inflationsrate entspricht. Deshalb demonstrierten luxemburgische und belgische Kolleginnen und Kollegen vor der Abstimmung über den &quot;Pakt für den Euro&quot; vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.
<b>Wie sehen Alternativen aus?</b>
Erstrebenswert ist eine ausgewogene Handelsbilanz, wozu vorrangig die niedrigen Lohnstückkosten der deutschen Wirtschaft anzuheben sind. Das heißt Lohnerhöhungen und Ausbau der Sozialsysteme in Deutschland. Die Autonomie der Tarifpartner muss unangetastet bleiben. Solidarische Sozial-, Renten und Gesundheitssysteme dürfen nicht der Sanierung der öffentlichen Haushalte geopfert werden. Dringend erforderlich sind Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping, für uns in Deutschland die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns. Statt Schuldenbremse und Lohndumping benötigen wir Investitions- und Innovationsprogramme, damit mit Zukunftsinvestitionen Wachstum, Beschäftigung, Einkommen und Wohlstand für alle entstehen. Gerechte Steuersysteme und solide nachhaltige Steuereinnahmen müssen europaweit koordiniert werden. Steuerflucht und Steuerdumping dürfen in Europa keinen Platz mehr haben; die Finanztransaktionssteuer muss endlich her!
<i>Sabine Wilds, MdEP, ist Mitglied im Parteivorstand der LINKEN und Bundessprecherin der AG Betrieb &amp; Gewerkschaft</i>]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 18:42:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Eisenbahnpaket bedroht Streikrecht: Hearing der Linksfraktion in Europaparlament</title>
			<link>http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/eisenbahnpaket-bedroht-streikrecht-hearing-der-linksfraktion-in-europaparlament/</link>
			<description>Gerald Kemski</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 3. März 2011 führte die Linksfraktion im Europaparlament (GUE/NGL) ein Hearing zur von der EU-Kommission vorgelegten &quot;Neufassung des Eisenbahnpakets&quot; durch. Während die Italienerin Deborah Serracchiani von der Sozialdemokratischen Europafraktion die Vorlage der EU-Kommission ebenso unterstützte, wie der offizielle Vertreter der EU-Kommission, übten die anwesenden Vertreter der Eisenbahngewerkschaften und des Europäischen Transportarbeiterverbandes (ETF) heftige Kritik genauso wie die Linksfraktion im EP vertreten durch Sabine Wils.
Wichtigster Punkt aus gewerkschaftlicher Sicht ist der vorgesehene so genannte &quot;Mindestdienst&quot;, der in Fällen von Streiks gewährleistet werden soll.
Diese Regelung, würde sie durchgesetzt bedeutet nichts Anderes als das Streikrecht in Frage zu stellen. Zudem würden einige nationale Gesetze außer Kraft gesetzt, die das Streikrecht per Verfassung garantieren.
Jedem ist klar, dass eine de facto Beseitigung des Streikrechts bei den Eisenbahnen ähnliche Regelungen in weiteren Bereichen nach sich ziehen würde.
Neben der Bedrohung des Streikrechts droht aber eine Zerschlagung von Eisenbahnunternehmen in dem immer weitere Aufteilung in Unterfirmen und Fremdvergabe gefördert werden soll. Nicht nur im Fahrgeschäft sondern auch bei Reparaturleistungen und Wartung. Dadurch werden nicht nur die Löhne gedrückt sondern auch die Sicherheitsstandards gesenkt.
Die Praktiker aus dem Eisenbahnsektor äußerten die Befürchtung, dass eine weitere Liberalisierung die ohnehin schon nachteilige Konkurrenz beispielsweise zwischen der deutschen und der französischen Bahn anstatt einer grenzüberschreitenden Kooperation vorantreiben werde.
Was eine Zerschlagung einer Ex-Staatsbahn und eine Liberalisierung gebracht hat, wurde aus Schweden berichtet: Winterchaos. Das hat es in Schweden früher nie gegeben.
Wohin die von der EU-Kommission weiter betriebene Liberalisierung des Eisenbahnsektors führen kann wurde an einem Beispiel aus Italien deutlich. Im Jahre 2009 verursachte ein Achsbruch an dem Waggon einer Privatbahn in Viareggio eine Explosion, die ein ganzes Stadtviertel verwüstete und 32 Menschen in den Tod riss. VertreterInnen der Angehörigen schilderten dies sehr eindrucksvoll. Wer erinnert sich nicht an das Zugunglück zweier Privatbahnen kürzlich in Sachsen-Anhalt?
Sabine Wils sagte den anwesenden EisenbahnerInnen die Unterstützung der Linksfraktion im EP zu. Entscheidend sei jedoch, dass die Gewerkschaften in diesem Sektor selber Druck machen, wie seinerzeit die Hafenarbeiter beim Port Package I und II. Nur so werden sich die Pläne der EU-Kommission stoppen lassen.
Wo aber liegt eine mögliche Alternative? Hans-Gerd Öfinger aus der Bundesrepublik brachte es auf den Punkt: Europaweit kooperierende statt konkurrierende Staatsbahnen unter demokratischer Kontrolle. Nicht der Profit oder ein Börsengang dürfen entscheidend sein, sondern einzig und allein die Sicherheit Eisenbahnbeschäftigten und der Fahrgäste. Auf diesem Wege würden sich auch mehr Transporte auf die Schiene verlagern.
Dieses Ziel gibt ja auch die EU-Kommission als das ihre aus...]]></content:encoded>
			<category>Zeitung BG</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 01 May 2011 17:45:00 +0200</pubDate>
			
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