Liebe Genossinnen und Genossen, eine ausführliche Debatte zur gegenwärtigen Krise, die nicht nur als Wirtschafts- und Finanzkrise, sondern als Gesellschafts- und Demokratiekrise charakterisiert wurde, prägte die aktuell-politische Verständigung im Parteivorstand. Der Finanzmarkt-Kapitalismus und seine neoliberale Ideologie seien gescheitert, so der Tenor der Aussprache. Der Parteivorstand begrüßte und bekräftigte die klare und einmütige Ablehnung des so genannten Finanzmarktstabilisierungsgesetzes durch DIE LINKE im Bundestag. Die öffentliche und demokratische Kontrolle des gesamten Finanzsystems müsse jetzt durchgesetzt und die Kosten der Krise wesentlich von den Profiteuren des Finanzmarkt-Kapitalismus getragen werden, so eine eindeutige Position im Vorstand. Gefordert wird deshalb auch eine Vermögensabgabe auf hohe und höchste Geldvermögen in Deutschland (eine Millionärs- und Milliardärssteuer) zur Finanzierung eines öffentlichen Investitionsprogramms und zur Sicherung der Existenz kleiner und mittlerer Unternehmen. Der Parteivorstand regt die Gliederungen der Partei an, über Ursachen der Krise des Finanzmarkt-Kapitalismus und Lösungsansätze aus linker Sicht zu diskutieren. Als Grundlagen dafür sieht er die Entschließung der Bundestagsfraktion, die Reden von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi im Deutschen Bundestag, die Positionierung der Partei der Europäischen Linken sowie ein von Michael Schlecht und anderen im Parteivorstand vorgelegtes Papier. Das alles ist zu finden im Internet unter www.die-linke.de. Dort, auf der Homepage unserer Bundestagsfraktion unter www.linksfraktion.de sowie im Newsletter der Parteivorstandes wird auch weiter aktuell über die Positionen und Vorschläge aus Partei und Fraktion informiert.
DIE LINKE unterstützt den Aufruf von Attac zu einer Protestkundgebung vor dem Bundesfinanzministerium in der Berliner Wilhelmstraße am Donnerstag, dem 30. Oktober 2008, um 17.00 Uhr. Näheres dazu unter www.casino-schliessen.de.
Der Vorstand wandte sich dann der Partei- und Mitgliederentwicklung zu. Erfreut konnte zur Kenntnis genommen werden, dass der Zustrom neuer Mitglieder anhält. Seit dem Wahltag am 28. September erklärten allein in der Bundesgeschäftsstelle 350 Menschen ihren Eintritt in die Partei. Per 30. September dieses Jahres hatte DIE LINKE 76.139 Mitglieder, auch der Jugendverband Linksjugend ['solid] vermeldet steigende Mitgliederzahlen. In der Diskussion wurde auch deutlich gemacht, wie wichtig eine kontinuierliche Mitgliederarbeit, gerade die mit den "Neuen", ist, denn nach wie vor verlassen auch Mitglieder die Partei, einige auch nach nur kurzer Mitgliedschaft.
Der Bundesschatzmeister informierte über die abgeschlossene Rechenschaftslegung für das Kalenderjahr 2007. Die an den Präsidenten des Deutschen Bundestages einzureichenden Berichte sind Grundlage für die Zuweisung staatlicher Mittel. Da bis Mitte 2007 noch Linkspartei.PDS und WASG existierten, waren dieses Mal zwei Berichte vorzulegen, eine riesige Arbeit, die vom Bereich des Bundesschatzmeisters mit Bravur erledigt wurde, wofür der Parteivorstand allen Beteiligten herzlichen Dank sagte. Die finanzielle Lage der Partei DIE LINKE ist stabil. Das vorliegende Zahlenwerk macht aber auch deutlich, dass die eitrags- und Spendenentwicklung mit der Mitgliederentwicklung nicht Schritt hält. Da diese Gelder die Grundlage für die Zuwendung staatlicher Mittel sind, müssen wir hier mit Rückgängen rechnen. Der Parteivorstand hält es daher für erforderlich, Fragen der regelmäßigen und satzungsgerechten Beitragszahlung in den Gliederungen der Partei entschieden mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Darin besteht eine grundsätzliche Forderung an jedes Mitglied der Partei, von diesen Geldern hängt letztlich auch der Spielraum unseres politischen Agierens wesentlich mit ab. Beitragsehrlichkeit und Beitragstreue zählen nicht zuletzt zu den Grundlagen des solidarischen Miteinanders in der LINKEN.
Der Parteivorstand entschied dann über eine Reihe Vorlagen.
Solidarische Grüße
Dietmar Bartsch
Bundesgeschäftsführer