Zum morgigen Internationalen Friedenstag der UNO erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Helmut Scholz (MdEP):
Die Notwendigkeit, mit einem Friedenstag zur Stärkung der Ideale des Friedens und zum Abbau von Spannungen und Konfliktursachen beizutragen, ist heute aktueller denn je. Vermutlich werden auch am diesjährigen Friedenstag die Waffen nicht schweigen. Die Realität ist bedrückend. Um nur einige Beispiele zu nennen:
Die Linke in Deutschland und Europa hat diesen Kurs stets angeprangert. Wir fordern eine konsequente Abkehr von der Kriegslogik als politischer Handlungslinie und von einer aggressiven Vertretung europäischer (Wirtschafts-)Interessen. Wir setzen uns für Krisenprävention und friedliche Konfliktbeilegung, für umfassende Abrüstung und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung als eine zentrale Voraussetzung zur Beseitigung der Wurzeln von Gewalt und Terrorismus ein.
Es ist richtig und wichtig, dass Hunderttausende Menschen weltweit mit Gedenkstunden, Seminaren, Friedensmärschen und auf andere Weise den morgigen Friedenstag begehen. Noch wichtiger aber ist es, sich täglich für Frieden, Entspannung und Abrüstung einzusetzen.
DIE LINKE fordert die Schaffung einer europäischen Abrüstungsagentur, die eine konsequente Abrüstung EU-weit und wirkungsvoll koordinieren soll und die Umsetzung konsequenter Konversionsprogramme – denn auch diese gehören zu dem von der LINKEN vorgeschlagenen sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft und der Schaffung lebensfähiger und lebenswerter Regionen.
In der Frage des israelisch-palästinensischen Konflikts steht die EU in der Verantwortung, neue Optionen und Hoffnungen auf eine Lösung dieses langwierigen Konfliktes nicht zu vertun, sondern durch politische Schritte aktiv zu befördern. Vorbild könnte das persönliche Engagement von Obama für die Durchsetzung einer zukunftsfähigen Zweistaatenlösung sein.
Das künftige Verhältnis zwischen westlicher und islamischer Welt wird nicht zuletzt davon abhängen, ob auch die EU bereit ist, von Arroganz und Ausgrenzung Abstand zu nehmen und einen respektvollen und partnerschaftlichen Umgang miteinander zu pflegen. Wenn die EU-Staaten Toleranz und gegenseitige Achtung zum Grundsatz ihres außenpolitischen Umgangs mit den arabischen Ländern machen, dürfte dies auch die Kultur des Umgangs mit Menschen islamischen Glaubens innerhalb der EU prägen.