5. August 2008 Saarland

Zahlenspiele wohl mehr Wunsch als Wirklichkeit

"Es ist unverantwortlich von Hans-Peter Georgi und Wirtschaftsminister Joachim Rippel, mit der Zukunft der Saar-Bergleute in der Öffentlichkeit derartig zu spekulieren", sagt heute der Vorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler. "Schließlich geht es um die Existenzen tausender Familien im Saarland."

2.200 Bergleute sollen in den Vorruhestand gehen, 400 sollen vermittelt werden und 1.400 Bergleute sollen in Nordrhein-Westfalen arbeiten. "Rippel verspricht denjenigen von ihnen ebenso Arbeitsplätze, falls sie nicht dorthin wechseln wollen." Das sei unverantwortlich, denn Rippel stellt ihnen somit in Aussicht, Arbeit im eigenen Land zu finden. "Wenn es angeblich so einfach ist, Ersatzarbeitsplätze zu finden, dann frage ich mich, warum es dann dafür extra Vermittlungseinrichtungen wie die Trans-Fair-Stelle gibt."

Linsler kritisiert scharf: "Die laut Rippel von der Großindustrie in Aussicht gestellten 350 Arbeitsplätze sind wohl mehr Wunsch als Wirklichkeit." Denn sogar bei Bosch in Homburg hat man offenbar Schwierigkeiten, die vorhandenen 564 befristeten Arbeitsplätze abzusichern.

Nicht berücksichtigt wurde zudem die Bergbauzuliefer-Industrie. "Was mit diesen etwa 5.000 Mitarbeitern werden soll, ist ungeklärt. Diese Menschen überlässt wohl die CDU-Landesregierung ihrem eigenen Schicksal."

"Die Saar-Linke bleibt dabei:  Der überhastete Ausstieg aus dem Kohleabbau ist ein schwerer Fehler der CDU-Landesregierung zu Lasten unseres Saarlandes und der Bergleute."