Abschlusserklärung der 2. Bildungspolitischen Konferenz der LINKEN in Stuttgart
In Sonntagsreden verspricht die Bundesregierung Vorfahrt für Bildung, sogar eine "Bildungsrepublik" hat die Bundeskanzlerin ausgerufen. Doch die Realität sieht anders aus: Das deutsche Bildungssystem entlässt jedes Jahr zehntausende Jugendliche ohne jeden Abschluss und in kaum einem anderen westlichen Industriestaat hängt der Bildungserfolg so stark von der sozialen Herkunft ab.
Die Beiträge von weit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf der 2. Bildungspolitischen Konferenz der LINKEN haben deutlich gemacht, dass kosmetische Änderungen im Bildungssystem nicht ausreichen. Ein grundlegender Kurswechsel in der Bildungspolitik ist überfällig – in der Bundesrepublik wie in Baden-Württemberg.
Nach wie vor
Bildung ist ein Menschenrecht. Für uns bedeutet das, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, sozialen und persönlichen Voraussetzungen die Möglichkeit haben müssen, beste Bildung zu erreichen.Bildungsangebote müssen für alle ausreichend öffentlich finanziert und gebührenfrei zur Verfügung stehen. Wir streben die Demokratisierung aller Bildungsinstitutionen an und verstehen uns als Teil der emanzipatorischen Bildungsbewegungen.
Wir treten ein für ein inklusives Bildungssystem. Wir wollen einen diskriminierungsfreien Zugang zu Bildungseinrichtungen unabhängig von Herkunft, vermeintlicher Leistungsfähigkeit oder Behinderung und eine bedarfsorientierte individuelle Förderung ohne Kostenvorbehalt.
Wir wollen das Recht auf eine gebührenfreie ganztägige Förderung in Kindertageseinrichtungen.
Wir wollen die Gliederung des Schulsystems bundesweit überwinden. Wir wollen eine wohnortnahe Gemeinschaftsschule als inklusive Schule für alle Kinder von der ersten Klasse bis zur 10. Klasse.
Wir wollen starke öffentliche Bildungseinrichtungen, die den Anspruch und die Fähigkeit haben, alle Lernenden bestmöglich zu fördern, und die stigmatisierende Bildungsgutscheine und ausufernde private Nachhilfe überflüssig machen.
Wir wollen ein Recht auf eine gute Ausbildung für alle. Dazu gehören eine hohe Ausbildungsqualität, Gebührenfreiheit und eine Mindesausbildungsvergütung. Die Warteschleifen des sogenannten Übergangssystems lassen sich nur mit einer ausreichenden Zahl an Ausbildungsplätzen überwinden.
Wir brauchen bundesweit einen grundlegenden Kurswechsel in der Bildungspolitik. Dafür steht die LINKE. Das ist für uns ein zentrales Anliegen in den anstehenden landtagswahlkämpfen. Die rückwärtsgewandte Bildungspolitik in Baden-Württemberg muss am 27. März abgewählt werden.