Auch der Landesverband Brandenburg der LINKEN lernt - gemeinsam und zunehmend als kommunikativer Prozess. Aber es ist ein schwer zu beackerndes Feld.
Zugute kommt uns dabei, dass die laufende Diskussion um ein künftiges Grundsatzprogramm der LINKEN bestehende Lücken und Defizite schonungslos offen legt und deutlich macht. Wir wären „mit dem Klammerbeutel gepudert“, wenn wir nicht die Programmdebatte und Politisches Lernen miteinander verknüpfen würden. Aber ganz so einfach, wie es scheint, ist es letzten Endes nicht.
Was wir mit Beruhigung festhalten können: gelernt wird, politische Bildung findet statt, die Programmdebatte auch. Nicht nur, weil man dies schon immer so gewöhnt ist, sondern weil sich politische Rahmenbedingungen verändert haben. Exemplarisch ist hier die Regierungsbeteiligung im Land Brandenburg unter den Bedingungen verschärfter Krisenerscheinungen in der Gesellschaft zu nennen. Diese zwingen mehr oder weniger dazu, wenn mensch den Anschluss nicht verlieren will. Alte, gewohnte Überschriften und Formeln sind mit einem Mal infrage gestellt. Neue Antworten oder Lösungsvorschläge müssen her, schnell, mit vertretbarem Aufwand und möglichst so, dass andere folgen können.
Gelernt wird dabei auf allen Ebenen. Der Landesvorstand geht mit gutem Beispiel selbst voran. Er hat nicht nur einen Beschluss zu Programmdiskussion und Politischer Bildung gefasst, sondern bildet sich – gemeinsam mit Fachleuten, anderen Mitgliedern des Vorstandes beziehungsweise der Programmkommission zu thematischen Fragen. Die Kreisverbände und Basisorganisationen tun es ihm nach. Dabei haben meist die bewährten und gewohnten Formen des Vortrags mit Expertendiskussion oder des Streitgesprächs Hochkonjunktur.
Teilnehmer- und handlungsorientierte Elemente und Methoden für ein gutes Lernen haben es da schon schwerer. Dies verwundert, da viele – auch ältere - Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei derart konzipierten Veranstaltungen staunend die Tatsache zur Kenntnis nehmen, endlich auch einmal zu Wort gekommen zu sein. Uns man registrierte erfreut, dass man aus der gewohnten Lehrgangs-Passivität erwacht war. Aber manche sind im Nachhinein dann auch wieder darüber erschrocken und wünschen doch lieber keine Wiederholung. So sind es vor allem die jüngeren Leute, die offen für die offeneren Formen sind, für deren Anwendung und Einbringung in den Bildungsprozess extra GenossInnen durch den Landesverband für eine TeamerInnen-Ausbildung gewonnen wurden. Das macht Mut.
Die neuen Medien werden sparsam, aber zielgerichtet eingesetzt: Über die Internetseite des Landesverbandes sollen Ergebnisse der Bildungsarbeit und der Programmdebatte dokumentiert werden. Die Anregungen von der Homepage des Parteivorstandes werden gern weiterkommuniziert und hin und wieder sogar genutzt.
Einen Schwerpunkt setzt der Landesvorstand auf eine zahlreiche und aktive Teilnahme an der Regionalkonferenz zur Programmdebatte am 18.9. in Rostock.
Harald Petzold