30. Oktober 2010Thüringen

3. Bildungstag der Partei DIE LINKE Thüringen

Unter dem Motto "20 Jahre Transformationserfahrungen Ost am Beispiel der PDS Thüringen" fand am 30. Oktober 2010 der nunmehr 3. Bildungstag in Elgersburg statt.

Die Themenwahl zielte auf den Versuch einer Analyse unserer jüngeren Parteigeschichte, der Sondierung unserer Erfahrungen und schließlich der Überlegung, was wir auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen müssen, auch, um es zu bewahren. Der Blick zurück also ganz im Sinne einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, mit unserem Wirken und auch Scheitern, aber besonders auf das, was uns letztlich auszeichnet, dem Mut, unsere Ideale nicht aufzugeben.

Das Verständnis von politischer Bildung an diesem Tag bestand also folgerichtig in der Beantwortung der Frage: Was haben wir gelernt? Wie ist es uns gelungen, aus dem umfangreichen Wissen, der Theorie und den praktischen Erfahrungen wirkungsvoll Politik in Thüringen zu gestalten, um darauf aufbauend; gerade in diesen Tagen, da wir uns mitten in der Diskussion zum Programmentwurf befinden, überzeugend die Frage zu beantworten, welche Wege zu beschreiten sind, die für die gesamte Gesellschaft ein freies und selbstbestimmtes Leben in der Zukunft ermöglicht.

Und auf den Punkt gebracht: Sowohl in der Diskussion zu den Referaten als auch in den Workshops stand die Frage zu dem Verhältnis von pragmatischer Politik und prinzipieller Gesellschaftskritik. Antwort: Wir können dies jedoch unter eingeschränkten Möglichkeiten nur dann glaubwürdig tun, wenn wir uns außerhalb der Parlamente mit all jenen verbünden, die prinzipiell Veränderungen in der Gesellschaft wollen. Nicht von ungefähr wurde in allen Debatten die Frage von Eigentum und Macht als eine entscheidende Kategorie in unserer Strategie beschrieben. Hier wurden mehr Konkretisierung und weniger allgemeine Betrachtungen angemahnt.

Eine kritische Bewertung gab es zu feministischer Politik unserer Partei. Das drückte sich in folgender Feststellung aus: Heute versteht es die Linke nur selten ihre abstrakten Ideen von Freiheit und Emanzipation sowohl des Einzelnen als auch der Gesellschaft so darzustellen, dass sie für weniger politisierte Menschen, darunter auch viele Frauen, verständlich und vor allem attraktiv werden.

Der Bildungstag endete mit der Feststellung: Wir sind Teil des Transformationsprozesses und der emanzipatorische Anspruch in der Debatte zum Programmentwurf besteht in der Erkenntnis, diese Veränderung nicht nur wahrzunehmen, sondern aktiv zu gestalten.

Der Reader zum 3. Bildungstag DIE LINKE Thüringen kann hier heruntergeladen werden.