„Unsere Aufgabe ist es, die Welt schöner, sicherer und besser zu machen, als wir sie angetroffen haben.“ Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger
Das Völkerrecht ist die einzige Rechtsgrundlage zwischen den Staaten. Wenn es verletzt werden darf, gilt kein Recht mehr, sondern nur noch das Recht des Stärkeren. Deshalb wird DIE LINKE, im Gegensatz zu den anderen Parteien, keinem Bruch des Völkerrechts zustimmen.
Aber solange die Vetomächte des UN-Sicherheitsrates und ihre Verbündeten das Völkerrecht brechen, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen, bleibt die UNO eher machtlos. Wir wollen, dass die UNO politisch gestärkt wird. UN-mandatierte Kriege wie auch eine weitere Militarisierung der UNO lehnen wir ab. Für soziale Entwicklung, Gesundheit und Bildung sowie zivile Konfliktlösung müssen die Mitgliedstaaten der UNO mehr Mittel und Kompetenzen geben.
Nur so kann die UNO bei internationalen Problemen helfen, weltweit Frieden und soziale Gerechtigkeit fördern und sichern. Unverzichtbar ist die Demokratisierung der Vereinten Nationen. Unabhängig von der ausstehenden UN-Reform muss die aktuelle Entwertung des Völkerrechts gestoppt werden. Es gibt keine „humanitären“ Militärinterventionen. DIE LINKE lehnt daher alle völkerrechtswidrigen Militär- und Kriegseinsätze, auch mit UN-Mandat, ab. Kriege sind immer inhuman und die gravierendste Menschenrechtsverletzung.
Deutschland und die EU müssen die „Millenniumsziele“ der UNO nachdrücklich unterstützen und dazu beitragen, dass die Reform der Weltwirtschaftsordnung nicht eine Angelegenheit der G8- und G20-Staaten bleibt, sondern auf die Agenda der UNO kommt. Eine wirksame globale Klimapolitik verlangt eine klimapolitisch aktive UNO.
Das bisherige System des Emissionshandels hat sich als weitgehend unwirksam erwiesen. Emissionsrechte wurden in der Regel verschenkt. Die Vorgaben zur Verringerung des CO2- Ausstoßes waren zu schwach. Entwicklungspolitische Steuerung war nicht vorgesehen. Globale Klimapolitik muss von dem Grundsatz der Gleichheit der Menschen ausgehen. Pro Kopf darf dann auf jeden Menschen nur die gleiche Menge CO2-Ausstoß entfallen, die global auf Dauer klimaverträglich ist.
Wer diesen Grundsatz globaler Gleichheit ernst nimmt, erkennt, dass vor allem die industrialisierten Länder schnell und energisch handeln müssen.
Die links orientierten Staaten Mittel- und Südamerikas zeigen, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit zu beiderseitigem Vorteil – ohne Ausplünderung und Ungerechtigkeit – funktionieren kann. Die Bundesregierung muss mit den links orientierten Regierungen Lateinamerikas den Weg der Kooperation statt der Konfrontation suchen und die Blockade Kubas aufheben.